Roungup

US-Umweltbehörde bestätigt erneut Unbedenklichkeit von Glyphosat

In den USA steht derzeit die Wiederzulassung von Glyphosat an. Die Gesundheitsbehörde stellte klar, dass es sich bei sachgemäßer Anwendung gemäß Kennzeichnung nicht um ein Karzinogen handelt. Die Bayer-Aktie legte daraufhin zu.

Die Bayer AG hat in Sachen Glyphosat Rückenwind von der US-Umweltschutzbehörde (EPA) erhalten. Die Behörde bekräftigte am 30. April ihre Einschätzung, dass der Herbizidwirkstoff nicht krebserregend ist und widersprach damit den Einschätzungen der Geschworenen in den zwei laufenden Gerichtsverfahren gegen Monsanto.

„Es gibt keinen Beleg dafür, dass Glyphosat Krebs verursacht“, betonte die EPA-Verwaltungsreferendarin für chemische Sicherheit und zur Vermeidung von Umweltverschmutzung, Alexandra Dunn. Von der Anwendung des Herbizidwirkstoffs gehe kein Risiko für die öffentliche Gesundheit aus. Dass die EPA in dieser Sache öffentlich Stellung bezieht, ist für Bayer vor dem Hintergrund der jüngsten Urteile nicht unbedeutend. Sowohl bei der Klage von Dewayne Johnson als auch im Fall von Edwin Hardeman hatte die Jury in erster Instanz entschieden, dass das Breitbandherbizid zur Krebserkrankung der Kläger beigetragen habe. In der Folge wurde Bayer zu Zahlungen von 78 Mio $ (70 Mio Euro) beziehungsweise 80,3 Mio $ (72 Mio Euro) verurteilt.

Nach aktuellem Stand wurden in den USA bislang 13 400 Klagen wegen ähnlicher Vorwürfe eingereicht. Die EPA sprach in ihrem jüngsten Kommentar die laufenden Prozesse direkt an. Man kommentiere zwar keine Rechtsstreitigkeiten, aber die vorliegenden wissenschaftlichen Daten unterstützten keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Glyphosat und dem Non-Hodgkin-Lymphom oder Parkinson, so Dunn.

Nach dem Statement der Umweltbehörde legte der Aktienkurs Bayers bis zum Freitagnachmittag wieder auf 62,00 Euro zu. In den USA steht derzeit die Wiederzulassung des Wirkstoffs an. In diesem Rahmen stellte die EPA nun klar, dass es sich bei sachgemäßer Anwendung gemäß Kennzeichnung nicht um ein Karzinogen handele. Die eigenen wissenschaftlichen Befunde deckten sich mit denen vieler anderer Behörden international. Allerdings seien 2017 Umweltrisiken diagnostiziert worden. Um diesen Risiken zu begegnen, schlage man Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirte bei der Ausbringung vor. Auch der Schutz von Bestäubern und das Resistenzmanagement seien zu verstärken.

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernhard ter Veen

korruptes US- System

möchte gerne eben von Bayer-Monsanto offen auf den Tisch gesagt bekommen wieviel Geld dieser Persilschein jetzt gekostet hat... sicher weniger als die Strafzahlungen und Entschädigungen welche von den Gerichten festgesetzt werden... Man muss sich nur Vietnam anschauen. dann sieht man die Folgeschäden von solchen Chemieattentaten mit diesem Wirkstoff... Waldendlaubung im Vietnamkrieg. Täter: USA ...40 jahre danach immer noch Genschäden bei Neugeborenen. Alles korrupt Todgeschwiegen worden... Wir sollten mehr darauf achten was wir den nachfolgenden Generatinen damit antun...

von Paul Siewecke

Der Knackpunkt ist doch...

"bei sachgemäßer Anwendung"! In Deutschland gibt es den Sachkundenachweis für professionelle Anwender. Aber wie oft sieht man schon wieder auf Gehwegen und an Vorgärten die entsprechenden Spuren von Totalherbiziden! Da kann doch von sachgemäßer Anwendung keine Rede mehr sein! Wer kontrolliert da endlich mal das Verbot der Anwendung auf versiegelten Flächen, bzw. Nichtkulturland???

von Klaus Fiederling

Situatives Handeln ohne Kalkül?

Würde Glyphosat in einer Folgenabschätzung in den USA die Kanzerogenität realiter bescheinigt, wie wirkte sich das auf die Lebensmittelpreise aus? // Dahingehend unterscheidet sich das amerikanische vom europäischen System doch ganz maßgeblich. Bei uns lässt man das Vorsorgeprinzip walten; allerdings stellt sich die Frage nach einem ernsthaft fürsorgenden Anwenderschutz dato nicht wirklich, sollte hier eine weitere Ursache für die ganz besondere Form des Höfesterbens zu verorten sein. Gibt es in der Thematik überhaupt belastbare Statistiken? // In den USA wird ein Konzern ungeachtet seiner Größe oder wirtschaftlichen Bedeutsamkeit im Nachgang in die Knie gezwungen, man sieht das exemplarisch gegenwärtig u.a. bei VW - „vergiftete Bauern“ blickten demgegenüber in der EU sprichwörtlich in die Röhre, sollte sich ein dahingehendes Risiko, wann auch immer, als unbestreitbar herauskristallisieren. // Nun, auch der einzelne Autokäufer bleibt mit seinem finanziellen Schaden als Folge des betrügerischen Dieselgate hierzulande in einer rechtlich sehr einsamen Gemengelage schlichtweg an demselben einfach hängen...

von Rudolf Rößle

Strafzahlungen

auf der einen Seite und weitere Genehmigung auf der anderen Seite. Da krankt das Rechtssystem aber gewaltig.

von Gerhard Steffek

Erstaunlich!

Gibt es doch noch so etwas wie gesunden Menschenverstand. Auch wenn er wie in diesem Fall weit weg ist. Das ist aber verdammt ärgerlich für unsere ganzen Antiglyphosat-Ideologen, kann es doch sein das ihnen ihr ganzes Klagegerüst wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Wetten, daß sie sich dann vom Wirkstoff Glyphosat verlagern werden auf die ganze Mischung, also das Produkt "RoundUp" und ihren Kampf hinsichtlich der "Umweltschädlichkeit" intensivieren werden. Schließlich muß das Mittel vom Markt. Verlangt ja schon mal deren Ideologie. Es geht ja nicht an, daß so ein chemisches Zeug unschädlich wäre.

von Wilhelm Grimm

Ein Lob der US-Umweltbehörde.

Die deutschen Umweltbehörden behaupten das Gegenteil und unsere Ministerin Klöckner will sich mit denen versöhnen. Zivilcourage gibt es in der deutschen Politik nicht mehr.

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