Corona

Verbraucher hamstern Kartoffeln - Hofläden profitieren

Kartoffeln gehören neben Mehl und Toilettenpapier gerade zu den gefragten Gütern der Verbraucher. Das spüren auch die Hofläden und Direktvermarkter sowie Abpack-Betrieben für den Einzelhandel.

Aktuell haben die Kartoffelanbauer mit Hofladen oder anderen Formen der Direktvermarktung eine deutlich höhere Nachfrage. „Die Coronakrise hat die Nachfrage nach Kartoffeln gegenüber den Wochen deutlich erhöht“, schildert Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies. Auch in den Abpackbetrieben, die den Lebensmitteleinzelhandel beliefern, sei dieser Trend zu beobachten.

Eine besonders hohe Nachfrage speziell nach Biokartoffeln meldet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) mit Sitz in Bonn. Das Landvolk weist in diesen Zusammenhang darauf hin, dass frische Kartoffeln aus vorjähriger Ernte nicht für eine längere Lagerung im Haushalt geeignet sind und zügig verbraucht werden sollten.

Die AMI berichtet zudem über einen deutlich höheren Kartoffelexport im zweiten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr, dennoch ist die Versorgungslage für den hiesigen Markt weiter gut. Aktuell leidet dagegen der Export von Pommes speziell Richtung Asien aufgrund logistischer Probleme.

Deutsche Kartoffelhändler: „Hamstern ist nicht nötig“

Auch der deutsche Kartoffelhandelsverband, DKHV, berichtet von einem starken Absatz bei Kartoffeln aus Deutschland, steht aber gleichzeitig vor einer großen Herausforderung: In den Kartoffelbetrieben wird derzeit bis an die Grenzen der Belastbarkeit gearbeitet, um der starken Nachfrage nach Kartoffeln beizukommen.

Der Verband weist die Verbraucher darauf hin, dass die Versorgung mit deutschen Kartoffeln gewährleistet sei. Der Kartoffelhandel in Deutschland habe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Landwirtschaft eine moderne und sichere Infrastruktur geschaffen, um deutsche Kartoffeln über das gesamte Jahr hinweg anbieten zu können. Dazu gehören auch Investitionen in moderne Lageranlagen mit Kühlung, die eine gleichbleibend hohe Qualität der Kartoffeln sicherstellen. So sei gewährleistet, dass der Lebensmitteleinzelhandel durchgehend mit Kartoffeln versorgt ist.

Thomas Herkenrath, Präsident des DKHV und internationaler Kartoffelhändler: „Wir bemerken seit Mitte März einen sprunghaften Absatz von Kartoffeln, die Supermarktregale sind zum Teil leergefegt. Natürlich freut uns die Beliebtheit der Knolle. Aus unserer Erfahrung ist es jedoch nicht jedem Privathaushalt möglich, große Mengen an frischen Kartoffeln sachgemäß zu lagern. Deshalb empfehlen wir ganz klar: Lieber im Supermarkt Kartoffeln bedarfsdeckend einkaufen – die Lagerung für große Mengen übernehmen wir in unseren extra dafür ausgestatten Lagerhallen.“

Frühkartoffeln kommen jetzt in die Erde

Den Sonnenschein der vergangenen Tage haben Frühkartoffelanbauer unterdessen für die Pflanzung der frühen Knollen genutzt. Die Pflanzung beginnt normalerweise um den 10. März, im vergangenen Jahr lag der Start witterungsbedingt etwas früher. „Wir gehen jetzt ganz normal in die Saison“, sagt Hennies vom Landesbauernverband Niedersachsen, der selbst auf seinem Hof bei Uetze auch Frühkartoffeln anbaut. Zur Pflanzung nutzen die Landwirte unter anderem vorgekeimten Kartoffeln, die in der Erde gleich mit dem Wachstum loslegen können. Auf rund einem Drittel der Anbaufläche sorgen die Landwirte mit Folien zusätzlich für ein schnelleres Wachstum, so dass die ersten Frühkartoffeln aus hiesiger Erzeugung bereits ab Mitte Mai noch zur Spargelernte angeboten werden können.


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