Nische

Verfahren überzeugt: Maisanbau in Dämmen

Der Anbau von Mais auf Dämmen ist zwar eine Nische, doch unter bestimmten Bedingungen überzeugt das Verfahren. top agrar hat Praktiker gefragt, auf welche Böden der Dammanbau passt.

Ein 300 PS starker Schlepper und ein nur vierreihiges Maislegegerät – wie passt das zusammen? Die Antwort darauf fanden wir, als wir uns Mitte April auf einer Fläche in Ostfriesland das Gespann und sein Arbeitsergebnis genauer anschauten.

Alles in einer Überfahrt

Der „Dammprofi“ ist mehr als ein normales Maislegegerät. Er lockert den Boden tief, bereitet das Saatbett und legt Mikrogranulat und Saatgut ab. Eine weitere Besonderheit: Die Aussaat erfolgt in Dämmen.

Geformt werden diese von Dammscharen, die zwischen den Tiefenlockerungszinken und speziellen Dammformrollen angeordnet sind. Das Ergebnis sind ca. 15 cm hohe Dämme, die exakt 75 cm auseinanderliegen.

Doch warum eine so aufwendige Maschine, deren Flächenleistung je nach Bodenart und Schlaggröße zudem nur bei 1 bis 1,3 ha/h liegt? top agrar hat dazu zwei Landwirte und einen Berater aus Nordwest-Niedersachsen befragt.

„Mir ist bereits in den frühen 2010er Jahren eine Maisfläche in der Wesermarsch aufgefallen, die in dem sehr nassen Sommer besser dastand als andere“, so Jan Juister, Pflanzenbauberater aus Hude. „Der Grund dafür war, dass die Maispflanzen auf Dämmen standen und keine ‚nassen Füße‘ bekommen hatten.“

In der Wesermarsch und Ostfriesland sind zu nasse Flächen oder schwere Marschböden die größte Herausforderung für einen erfolgreichen Maisanbau. Mit dem Dammanbau sah der Pflanzenbauberater eine Möglichkeit, den Mais vor Staunässe zu schützen.

Anfänge des Dammanbaus in der Marsch

Im Rahmen seiner Beratungstätigkeit fokussierte sich Juister mit dem Dammanbau vorerst auf die schweren Böden der Altmarsch. Nicht selten weisen diese Tongehalte von 35 % oder mehr auf. Nach starken Niederschlägen kann das Wasser auf diesen Flächen lange stehen bleiben.

Wie herausfordernd der Maisanbau auf solchen Standorten ist, weiß auch Landwirt Wilke Tyedmers, der einen Milchviehbetrieb mit 180 Kühen und weiblicher Nachzucht in Wangerland bewirtschaftet. „Die Hauptprobleme bei uns waren verdichtete Böden, schlechte Feldaufgänge und eine miserable Befahrbarkeit zur Ernte“, so der Landwirt.

Nach der Umstellung auf den Dammanbau in der Marsch ließen erste Erfolge nicht lange auf sich warten. „Nach Starkniederschlägen steht das Wasser nur maximal in den Tälern, also zwischen den Pflanzreihen“, berichtet Juister. „Zudem haben wir den Vorteil, dass sich der Boden durch die größere Oberfläche besser erwärmt.“ Der Berater konnte einen Temperaturunterschied im Keimhorizont von 1 °C feststellen.

Die positiven Erfahrungen decken sich mit denen von Tyedmers, der seit 2012 in der alten Marsch den Mais auf Dämmen anbaut. „Mais ist für uns eine wichtige Kultur – zum einen als Futter für die Kühe, zum anderen aber auch, um den Ackerfuchsschwanz in den Griff zu bekommen“, erläutert der Betriebsleiter. „Mithilfe des Dammsystems können wir Mais zudem auf Flächen anbauen, die man ursprünglich als ungeeignet für diese Kultur angesehen hat.“

Als weiteren Vorteil nennt er, dass beim Dammanbau der Boden im Abstand von 75 cm tief gelockert wird. So entstehen Bereiche, die die Tragfähigkeit der Böden verbessern und Bereiche, in denen Wasser abfließen kann und Wurzeln in die Tiefe wachsen können.

Gerade zur Ernte im Herbst waren seine Flächen vorher häufig kaum zu befahren oder wenn, dann nur mit der Folge starker Flurschäden. „In Kombination mit einer frühen 210er Sorte können wir jetzt in der Regel unter guten Bedingungen ernten und wegen der verbesserten Bodenstruktur im Idealfall sogar noch Weizen nach Mais anbauen“, so Tyedmers. „Dafür ist aber auch eine frühzeitige Aussaat des Maises wichtig.“

Herausfordernd beim Maislegen ist laut Tyedmers die richtige Maschineneinstellung und -ausstattung: „Verändert man z. B. die Arbeitshöhe der Häufelschare, muss man auch die Dammformrollen anpassen. Bei den Lockerungszinken gilt es, auf die Zinkenform zu achten. Sie dürfen keinen klutigen Unterboden an die Oberfläche holen, der die Kornablage negativ beeinflusst und für schlechte Feldaufgänge sorgen würde.“

Das Saatkorn wird auf seinen Flächen immer ca. 5 cm tief abgelegt – egal ob im ebenen Boden oder im Damm. Die bessere Struktur des Bodens zur Ernte und zur Aussaat wirkt sich auch positiv auf die Entwicklung der Maispflanzen aus.

Von Anfang an profitieren laut Tyedmers die...


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