Was tun mit schwachen Rapsbeständen?

Die Rapsbestände präsentierten sich Ende September breit gefächert von normal entwickelt (4-8 Laubblätter) bis hin zu verzettelt/spät aufgelaufenen Beständen im Keimblattstadium. Auch Bodenfeuchte und Niederschlagsverteilung rangierten von sehr trocken bis sehr nass.

Die Rapsbestände präsentierten sich Ende September breit gefächert von normal entwickelt (4-8 Laubblätter) bis hin zu verzettelt/spät aufgelaufenen Beständen im Keimblattstadium. Auch Bodenfeuchte und Niederschlagsverteilung rangierten von sehr trocken bis sehr nass, was die Karte vom Deutschen Wetterdienst sehr schön verdeutlicht (siehe unten).

Viele Bestände haben sich seit der Aussaat eher „unauffällig“ entwickelt. Und auch der Schädlingsdruck mit Erdflöhen und Kohlfliegen ist im Schnitt bisher deutlich geringer als im Vorjahr. Ausnahmen bestätigen die Regel. Eigentlich ein gutes Zeichen, berichtet Rappol in einer Mitteilung.

Doch ohne Probleme geht es nie. So stehen um die Monatswende gesäte Rapse im Nordwesten häufig mit 1-2 kleinen Laubblättern förmlich auf der Stelle und leiden unter anhaltender Nässe. Hier wird die Witterung im Oktober entscheidend sein. Auf günstige Witterung sind ebenfalls zahlreiche Bestände in Süddeutschland angewiesen, die aufgrund von anhaltend extremer Trockenheit sehr verzettelt aufgelaufen sind und sich teilweise erst im Keimblattstadium befinden.

Erschwerend kommen ebenfalls in diesen „Extremregionen“ Herbizidschäden hinzu. Im Norden wurden auf leichten Standorten durch hohe Niederschläge Herbizide etwas tiefer verlagert und bremsen das Wachstum. Im Süden können vielfach Pflanzen mit leichten bis schweren Sulfonylharnstoffschäden beobachtet werden (Foto oben), deren Abbau durch die anhaltende Trockenheit behindert wurde. Dies trifft insbesondere auf pfluglos bestellte Flächen ohne Strohabfuhr zu.

Schwache Bestände fördern

In den letzten beiden warmen Wintern konnten auch kleine, jetzt erst auflaufende Pflanzen noch mindestens 4-6 Laubblätter entwickeln und den Winter unbeschadet überstehen.

Schwache und schwächelnde Bestände sollten, falls noch nicht geschehen, mit einer schnell verfügbaren N-Düngung (Nitrat-Form, z.B. KAS oder auch Volldünger) von ca. 30 kg fördert werden. Kein Harnstoff, der wirkt zu langsam. Höhere Mengen sind nicht erforderlich, da die kleinen Pflanzen nicht so viel aufnehmen können.

Zusätzlich sollten über die Spritze noch 3-5 kg Bittersalz nachgelegt werden, sobald eine gewisse Blattmasse vorhanden ist. Generell sollte der gesamte Raps in Herbst ca. 150-200 Gramm Bor in Form geeigneter Mehrnährstoffdünger über eine Pflanzenschutzmaßnahme bekommen.

Kleine, schwache Bestände werden sich zwar kaum mehr überwachsen. Zur Verbesserung der Winterhärte und als Fungizidschutz dennoch spätestens ca. Mitte bis Ende Oktober (4-6 Laubblätter) z.B. noch 0,5 l/ha Folicur nachlegen, bei starkem Phomadruck eher Tilmor/Ampera oder Efilor. Sortenspezifische Empfehlungen finden Sie hier.

Schädlingskontrolle ist Pflicht

Auf Schlägen mit anhaltend starkem Schneckendruck ist im Norden eine weitere Maßnahme in schwachen Beständen notwendig. Der Rapserdfloh-Befall war bisher verhalten bis mittel und sehr schlagspezifisch verteilt. Aber im Gegensatz zum Vorjahr ist bis Ende September laut proPlant Prognose erst ein Teil der Rapserdflöhe zugeflogen. Bei günstiger Witterung wird sich der Zuflug fortsetzen und gleichzeitig die Eiablage beginnen.

Kontrollieren Sie daher weiterhin insbesondere die schwachen Rapsbestände mittels Gelbschalen und Pflanzenkontrolle auf die typischen Blattfraßsymptome (Erdflöhe und Schnecken). Die Bekämpfung sollte sich an den Schadschwellen orientieren.

Zu Vegetationsende empfiehlt sich die Bestimmung der N-Aufnahme als Orientierung für die Höhe der N-Frühjahrsdüngung. Wer nicht über Sensortechnik verfügt, kann hierzu auch Hilfsmittel wie die Yara-App ImageIT oder unsere N-Waage nutzen.

Grafik

Pflanze mit leichten bis schweren Sulfonylharnstoffschäden (Bild: Rapool)

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