DWD

Wasserdefizit der Böden nicht ausgeglichen

Der Wetterdienst schaut auf das Jahr zurück und wertet die Wasserverfügbarkeit aus. Die Vorräte sind weiter unter Normal...

Das Wasserdefizit der Böden hat sich im Verlauf dieses Jahres weiter vergrößert. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem Rückblick auf die Pflanzenentwicklung im zu Ende gegangenen Sommer berichtete, konnte der Wassermangel von 2018 über den Winter nicht ausgeglichen werden.

Im Sommer habe es auch in tieferen Bodenschichten erheblich an Wasser gemangelt, was beispielsweise den Waldbäumen zunehmend Probleme bereitet habe. Laut DWD war die Witterung im Juni „sonnig und warm wie nie“ und bis auf einige Gewitter trocken. Das habe die potentielle Verdunstung enorm in die Höhe getrieben; mit durchschnittlich rund 145 l/m2 habe der Wert etwa 45 l/m2 über dem vieljährigen Mittel gelegen.

Der Reifeprozess der Kulturpflanzen wurde dem Wetterdienst zufolge vor allem im letzten, heißen Junidrittel stark beschleunigt. Allerdings hätten die Pflanzen teils unter Trockenstress gelitten, und die Wald- und Grasbrandgefahr sei örtlich auf die höchste Stufe gestiegen. Im Juli 2019 mussten die Pflanzen dem DWD zufolge mit extremen Temperaturunterschieden zurechtkommen. Die erste Monatshälfte habe ungewöhnlich kühle Temperaturen gebracht; im Bergland habe es in Bodennähe sogar vereinzelt Frost gegeben.

Anderseits seien die Temperaturen während der extremen Hitzewelle um den 25. Juli im Westen Deutschlands in den Niederungen teils über 40 °C gestiegen. Diese Hitze hatte nach Angaben des DWD die größeren Auswirkungen. Vor allem im Obst- und Weinbau sei es an den Früchten zu Sonnenbrand gekommen; aber auch die Blätter seien geschädigt worden.

Auch wenn der August mehr Niederschlag als die Vormonate brachte, so konnten diese laut Wetterdienst die angespannte Bodenfeuchtesituation vielerorts nicht deutlich verbessern. Teilweise sei der Regen in den ersten beiden Dekaden noch den Hackfrüchten und Mais zugutegekommen. Die trockenen Bedingungen zum Monatsende hätten dann viele Landwirte veranlasst, die Bestellung von Winterraps zu verschieben, so dass die Aussaat im Mittel etwa fünf Tage später als in den Jahren seit 1992 erfolgt sei.

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