Wie hoch ist die Halmbruch-Gefahr?

Ist das derzeitige Halmbruch-Risiko im Winterweizen besonders kritisch oder eher vernachlässigbar? „Beides!“, sagt Thomas Volk, Experte der unabhängigen proPlant GmbH. Es kommt z.B. darauf an, in welcher Region das Getreide gewachsen ist.

Ist das derzeitige Halmbruch-Risiko im Winterweizen besonders kritisch oder eher vernachlässigbar? „Beides!“, sagt Thomas Volk, Experte der unabhängigen proPlant GmbH. Es kommt z.B. darauf an, in welcher Region das Getreide gewachsen ist.

Die aktuelle Deutschland-Karte aus dem Pflanzenschutz-Beratungssystem proPlant expert zeigt die witterungsbedingte Halmbruch-Gefährdung für einen beispielhaft angenommenen Auflauftermin des Weizens am 1. November letzten Jahres. In den meisten Regionen (rot) ist das Risiko erhöht.

Ausnahmen (grün) sind insbesondere die südlichen Regionen der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen. Nur dort war es - im Gegensatz zum Westen, Norden und weiten Teilen des Ostens Deutschlands - im Zeitraum November bis Januar zu trocken und zu kühl für Halmbruch.
 
Das Wetter ist beim Halmbruch wichtig, aber nicht entscheidend. Eine bedeutende Rolle spielen Faktoren wie kritische Fruchtfolge, Frühsaaten, anfällige Sorte und der Befall in den Vorjahren. Nur wenn beides zusammen ein hohes Risiko ergeben, empfiehlt es sich, jetzt bei der Mittelwahl auf eine Halmbruchwirkung zu achten.

Oftmals reichen preiswerte Produkte ohne Carboxamide wie z.B. Eleando, Input Classic, Kantik, Mirage oder Capalo aus. Aktuell kündigen sich für die nächsten Tage gute Einsatztermine für eine Halmbruch-Behandlung an. Denn optimale Wirkungsgrade gegen diesen Pilz erzielen Sie bei nass-kaltem Wetter (Infektionswetter). Ob sich die Weizen-, Triticale- oder Roggenbestände dann erst in EC 31 oder bereits in EC 37 befinden, ist für den Wirkungsgrad erfahrungsgemäß nicht wichtig.


 
Zur proPlant GmbH
 
Thomas Volk ist Agraringenieur und Geschäftsführer der proPlant GmbH, die sich auf die Entwicklung von Software für die Landwirtschaft spezialisiert hat. Zu den Produkten zählt z.B. „piaf“, ein universell einsetzbares Programm für das Versuchswesen in Landwirtschaft, Gartenbau und Agrarforschung, das Standardprogramm für amtliche Pflanzenschutzmittel- sowie Sortenversuche aller Bundesländer in Deutschland.

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Artikel geschrieben von

Matthias Bröker

Redakteur Ackerbau/Grünland

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