Dänemark

Wildgänse mit Laserlicht vertreiben

Mit einem starken Laser wollen dänische Forscher Wildgänse so irritieren, dass sie genervt wegfliegen. Scheint tatsächlich zu funktionieren...

Nonnengans (Bildquelle: Eddy / pixelio.de)

Mit einem innovativen Verfahren wollen Forscher der dänischen Universität Aarhus Wildgänse vergrämen, ohne dass die Bauern in Konflikt mit den Behörden geraten. Bei der von Prof. Jesper Madsen entwickelten Methode werden die gefräßigen Tiere mit kräftigem Laserlicht davon abgehalten, sich auf bestellten Feldern niederzulassen und die Bestände abzugrasen.

Madsen zufolge werden die Gänse durch den Laser tatsächlich so irritiert, dass sie den Ort nicht anfliegen und sich andere Nahrungsgründe suchen. Nach seiner Einschätzung stellt Laserlicht daher eine sinnvolle Alternative zu anderen und teilweise rechtlich problematischen Vergrämungsmethoden dar.

Die aktuellen Versuche zur Vertreibung richten sich nach Darstellung des Fachmagazins Landbrugs Avisen in Dänemark insbesondere auf die Nonnengans, deren Population in dem skandinavischen Land innerhalb von 50 Jahren von 30 000 auf 1,5 Millionen Tiere angewachsen sei. Dies habe nicht zuletzt mit der zwischenzeitlich stark ausgedehnten Herbstaussaat und dem damit zugenommenen Futterangebot im Winter zu tun.

Obwohl die Art in den betroffenen Gebieten mitunter ein Drittel des Aufwuchses beim Wintergetreide vernichte, sei eine Bejagung der geschützten Tiere erst nach einem umständlichen Antragsverfahren möglich.

Der Dachverband der dänischen Land- & Ernährungswirtschaft (L&F) begrüßte das zusätzliche Werkzeug zur Vergrämung der Nonnengänse, gab aber zu bedenken, dass das Problem von Fraßschäden dadurch nicht gelöst, sondern nur auf das Nachbarfeld ohne „Laserabwehr“ verschoben werde.

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Agra Europe (AgE)

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Paul Siewecke -

Wie sie schon geschrieben, verlagert nur das Problem. Da sollten wir schon unserer Natur nachgehen und sie nicht verleugnen, sondern die Gänse auch "zum Fressen gerne haben". Wie es ja schon in der Bibel geschrieben steht, wir sollen die Früchte des Feldes und des Waldes nutzen.

von Paul Siewecke

was auch geht...

eine einfache Flatterscheuche, bestehend aus einer senkrechten Stange, oben eine waagerechte Stange dran und an den Enden mit Band angebundene alte Foliensäcke, die sich beim leisesten Windhauch dann bewegen... Braucht man keinen Laser dazu, hat aber auch nur einen Wirkungsradius von max. 250 Metern.... Je auffällger und sichtbarer (am besten erhöhte Positionen) um so wirksamer... Allerdings auch nur eine Verlagerung des Problems auf ungeschützte Fläche....

von Gerhard Steffek

Was zuviel ist, ist zuviel!

Die Nonnengänse sind auch wieder ein schönes Beispiel für überbordenden Tier- und Umweltschutz. Eine Explosion der Population um das 50-fache in 50 Jahren sollte zu denken geben. Es zeigt auch gleichzeitig auf, das sich entsprechende Bestände auch wieder sehr schnell erholen können wenn sie entsprechende Bedingungen vorfinden. Hier muß grundsätzlich für alle Bereiche eine gesunde Balance gefunden werden. Es ist ja nicht nur die Nonnengans, sondern das gleiche Problem haben wir doch überall, bei allen Tieren die einem restriktivem Tierschutz unterstellt wurden und werden. Hier ist es die Nonnengans, der Biber und Kormoran, sowie die Krähenvögel sind aber auch nicht besser und der Wolf setzt in absehbarer Zukunft dem ganzen die Krone auf. Es ist ungleich besser, beizeiten Dämme zu bauen, als darauf zu hoffen, dass die Flut Vernunft annimmt. Erich Kästner (1899-1974)

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