Grünland-Tipp

Wildschweinschäden auf FFH-Mähwiesen reparieren

Narbenschäden auf geschützten Mähwiesen zu reparieren, ist heikel. Oft lassen sich Maschinen und Nachsaatmischungen nur begrenzt einsetzen. Wir haben Strategien mit sehr guten Ergebnissen.

Unsere Autorin: Dr. Kerstin Grant, Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg, Aulendorf (LAZBW)

Auf dem Grünland nehmen Schäden durch Wildschweine immer weiter zu. Auf intensivem Schnittgrünland gibt es viele Möglichkeiten, um Schäden zu beheben. So kann man z.B. mit Wiesenhobel oder Kreiselegge betroffene Stellen einebnen und eine Nachsaat mit leistungsfähigen Gräsern durchführen.

Problematisch ist es jedoch, Schäden auf artenreichen, extensiv genutzten Mähwiesen zu beheben, die im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Richtlinie als Lebensraumtyp geschützt sind. Denn auf diesen ist von Seiten des Naturschutzes meist der Einsatz von Maschinen stark begrenzt und die Nachsaat mit leistungsfähigen Gräsern verboten.

Narbenreparaturen sind notwendig!

Dennoch gilt es, FFH-Mähwiesen zu bewirtschaften. Nur so kann ihre typische Artenzusammensetzung erhalten bleiben (gesetzlich gefordert). Nach einem Schadensfall ist es daher auch hier unerlässlich, die Schäden einzuebnen. Nur dann bleiben die Wiesen befahrbar und das Futter verschmutzt nicht durch unebenes Gelände bzw. Erdhaufen. Zudem lässt sich beobachten, dass sich auf von Wildschweinen umgebrochenen, nicht reparierten Wiesen das Artenspektrum verschiebt – bis hin zu Artenverlusten. Die Aktivität der Wildschweine mobilisiert Nährstoffe im Boden, sodass sich konkurrenzkräftige Arten immer mehr durchsetzen. Außerdem können sich zahlreiche Arten in den offenen Bodenstellen etablieren. Je nach Samenvorrat im Boden und Eintrag von außen sind dies häufig auch unerwünschte oder gar invasive Arten.

Als Folge sind dann FFH-Mähwiesen in ihrer botanischen Artenzusammensetzung durch die Wildschweinschäden beeinträchtigt – was meist Konsequenzen für den Landwirt nach sich zieht. Warum die Schäden oft auf bestimmten Flächen auftreten, lesen Sie unten.

Strategien zur Reparatur

Beurteilen Sie zunächst die Fläche: Handelt es sich um tiefe oder flache Schäden? Treten diese einzeln oder flächig auf? Wägen Sie auch ab, ob noch weitere Besuche der Wildschweine und damit weitere Schäden zu erwarten sind. Im letzteren Fall lohnt sich eine sofortige Reparatur nicht und es empfiehlt sich, noch zu warten. In der Regel sollte man aber spätestens im Frühjahr die Schäden einebnen und im Einzelfall nachsäen.

Kleine, flache und vereinzelte Schäden können Sie möglichst zeitnah per Hand bzw. durch Antreten mit dem Fuß beheben. Wichtig ist hierbei, die Grassoden vorher zurückzudrehen. Nur so können die Wurzeln wieder anwachsen.

Bei größeren, flächenhaften Schäden ist der Einsatz von Maschinen für das Planieren und Einarbeiten der Grassoden notwendig. Auch hier gilt: Das Einebnen mit einer Schleppe und anschließendem Anwalzen funktioniert nur, wenn die Grassoden richtig herum liegen. Andernfalls werden die ausgegrabenen Soden nur hin und her geschoben und wachsen nicht wieder an.

Dass eine flache Bodenbearbeitung zum Einebnen der Schäden und zur guten Verteilung der Grassoden am effektivsten ist, zeigen langjährige Erfahrungen des Landwirtschaftlichen Zentrums für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW). Die Kreiselegge ist dazu am besten geeignet und auf vielen Betrieben im Maschinenpark vorhanden. Alternativ könnte man auch einen tief eingestellten Mulcher mit anschließender Fräse verwenden oder die Schäden mithilfe von Spezialgeräten wie...

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