Klein aber oho!

Wird Hirsesilage zur Alternative für Maissilage?

Hirsesilage hätte das Zeug dazu, Maissilage in der Rinderfütterung zu ersetzen. Momentan reicht der Kornaufschluss aber noch nicht, um ähnliche Energiegehalte zu erzielen. Dennoch gibt es Pioniere.

Unsere Autoren: Georg Terler, Reinhard Resch (beide HBLFA Raumberg-Gumpenstein), Karl Wurm (LK Steiermark)

Die Anbauplanung für dieses Jahr läuft auf Hochtouren. Der Anbau von Silomais wird aufgrund von zunehmenden Trockenperioden und Schäden durch den Maiswurzelbohrer für viele Betriebe problematisch. Sie suchen deshalb nach einer Mais-Alternative. Interessant sind Futtermittel, die einen ähnlichen Futterwert und vergleichbare Nährstoffansprüche wie Silomais aufweisen.

Hohe Trockenheits-Toleranz

Eine davon ist Sorghumhirse (Sorghum bicolor), kurz „Hirse“. Ihr großer Vorteil gegenüber Mais: Sie ist eine trockenheitstolerante Kulturpflanze. Sie kann sich von Dürreperioden besser erholen und erzielt in (sehr) trockenen Jahren höhere Erträge als Mais. Zudem hat Hirse eine kürzere Vegetationsperiode als Mais, so können Trockenperioden im Spätsommer den Hirse-Ertrag kaum noch beeinflussen.

Anbau, Pflege und Ernte erfolgen mit den gleichen Maschinen wie beim Mais. Beim Einsatz in der Rinderfütterung tauchen aber noch Fragen auf:

  • Welche Sorten sind für die Produktion von Hirse-Ganzpflanzensilage optimal?
  • Wann ist der richtige Erntezeitpunkt?
  • Ist der Futterwert mit Maissilage vergleichbar?

Antworten auf diese Fragen lieferte nun ein Forschungsprojekt der HBLFA Raumberg-Gumpenstein gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf und dem Versuchsreferat Steiermark im Rahmen des EIP-Projekts „Innobrotics“.

Für die Untersuchungen wurden sehr unterschiedliche Sorten ausgewählt, um eine möglichst umfassende Aussage über den Futterwert von Hirsesilage machen zu können. Eine Einteilung der Sorten erfolgte nach ihrem vorwiegenden Verwendungszweck in Biomasse-, Silo- und Körnerhirse.

In Mitte Teigreife ernten

Sowohl hinsichtlich des Futterwerts als auch in Bezug auf die Siliereignung und Silagequalität stellte sich „Mitte Teigreife“ als günstigster Erntezeitpunkt für Hirseganzpflanzensilage heraus. Bis dahin nahm der Stärkegehalt der Hirse deutlich zu, während der Fasergehalt zurückging.

Auch der Trockenmassegehalt stieg bis „Mitte Teigreife“ deutlich an und blieb danach annähernd konstant. Zudem wurde zu diesem Erntezeitpunkt auch die höchste Verdaulichkeit der Hirsesilage erreicht. Bei der Ernte in der „Vollreife“ sind bereits Hirsekörner ausgefallen, was mit einem Rückgang des Futterwerts einherging.

Schlechte Silierung

Für eine optimale Silierung sollte ein Trockenmassegehalt (TM) von 300 bis 400 g/kg FM erzielt und ein pH-Wert von 5,0 unterschritten werden. Bei nur wenigen Hirsesilagen wurde dieser Optimalbereich erreicht, Silohirse-Sorten lagen zum Teil nur bei 20% TM-Gehalt.

Zudem wurden hohe Gehalte an Puffersubstanzen (Rohprotein, Mineralstoffe) festgestellt, was zusätzlich einer raschen pH-Wert-Absenkung entgegenwirkt. Speziell bei Silohirse-Sorten wurden dadurch erhebliche Gärsaft-, und Nährstoffverluste verzeichnet!

Der...


Diskussionen zum Artikel

von Stefan Lehr

@Grimm

Herr Grimm, ich hatte selbst in den Zuckerrueben keinerlei Probleme damit.

von Wilhelm Grimm

@ Andreas Gerner

Welche Hirse weiß ich nicht. Es muss im Pferdefutter drin sein und mit dem Mist auf die Felder kommen. Mit Herbiziden lässt sich das regeln, aber nur mit einem zusätzlichen Arbeitsgang.

von Andreas Gerner

Aufpassen

Es sind ein paar Fälle dokumentiert, wo Hirse in Folge von Stress (zum Beispiel Verletzungen durch Hagel) mit der Bildung von Blausäure reagiert hat. Das wäre im Tierfutter fatal. Also bei Verdacht lieber mal messen lassen. Beim Silieren besser nicht mischen, sondern die oberste ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

Laeuse nicht unterschaetzen

Ich habe einige Jahre Hirse zur Kornnutzung angebaut. Gedrillt mit einer normalen Getreidedrille, VA-Herbizid (ist wichtig) und dann bis zum Rispenschieben immer wieder auf Laeuse achten!! Die koennen bis zu 2x die Woche einfliegen. Ansonsten eine interessante Kultur. Ausfallhirse friert ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

....überwiegend ist in Zuckerrüben zu wenig.

von Wilhelm Grimm

Hirse in Zuckerrüben

ist ein lästiges Unkraut, da es sehr spät keimt. Ich hasse die Hirse.

von Andreas Gerner

Welche "Hirse"?

Die bekannten Unkrauthirsen (Hühner- Borsten- usw.) oder die Nutzhirsen (Sorghum), um die es hier geht?

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