WLV-Projekt: Hilfe für Bauern in Uganda

Uganda ist trotz seiner fruchtbaren Böden ein von Armut geprägtes Land. Das Hauptproblem der dortigen Bauern ist Wassermangel. Zwar ist die Niederschlagsmenge mit 1000 bis 1500 mm pro Jahr alles andere als gering, jedoch ist die Verteilung sehr ungünstig.

Uganda

Typische Anbaufläche in Uganda (Bildquelle: WLV)

Uganda ist trotz seiner fruchtbaren Böden ein von Armut geprägtes Land. Das Hauptproblem der dortigen Bauern ist Wassermangel. Zwar ist die Niederschlagsmenge mit 1000 bis 1500 mm pro Jahr alles andere als gering, jedoch ist die Verteilung sehr ungünstig. Zudem neigen die Flächen zu Verbuschung und die Bauern müssen in mühsamer Handarbeit die kleinen Flächen nutzbar machen, um ihre kinderreichen Großfamilien (durchschnittlich 6,2 Kinder) zu ernähren. Der Großteil der Bauern bewirtschaftet Flächen von 0,3 bis 3 ha.
Um die Bedingungen für die Bauernfamilien in Uganda zu verbessern, engagiert sich der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) seit drei Jahren zusammen mit der Caritas, dem Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in einem Projekt im Nakasongola Distrikt. Dort leben in 46 Orten rund 1.100 Kleinbauernfamilien. Das Projekt soll die Bauernfamilien durch Selbsthilfeförderung unterstützen.
Ziel des Projektes ist es, die Gesundheits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Außerdem gilt es, die Bauern zu Anbaumethoden und Tierhaltung zu schulen sowie Vermarktungsstrukturen und Absatzmärkte zu schaffen. Das Projekt läuft zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren und hat ein Budget von fast 200.000 Euro.
Um sich ein Bild von den Fortschritten des Projektes zu machen, reisten WLV-Präsident Johannes Röring, Susanne Schulze Bockeloh, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Westfälische Landwirtschaft und Laura Jacobs (WLV) kürzlich nach Uganda. Hier ihre wichtigsten Eindrücke:

 

  • Die Versorgung mit Trinkwasser stellt für die Bevölkerung ein großes Problem dar. Um Wasser zu holen, müssen die Menschen enorme Wege zurücklegen. Durch das Projekt ließen sich bereits eigene Wassertanks an den Häusern installieren.
  • Die Situation der Frauen in Uganda ist enorm schwierig. Sie haben viele Aufgaben und eine große Verantwortung, jedoch kaum Rechte. Daher ist dringend Aufklärungsarbeit nötig. Ein erster Schritt, um ihre Situation zu verbessern, ist die Installation neuer Kochstellen. Dies war eine der ersten Aktionen im Rahmen des Projektes. Die bisher genutzten Herde entwickelten viel Rauch, der bei den Frauen in den Kochhütten gesundheitliche Probleme verursachte. Zudem sparen die neuen Herde Energie und benötigen weniger Holz. Die Rechte der Frauen sind ein großes Thema.
  • Ware, die über den Eigenbedarf hinaus produziert wird, konnte nicht vermarktet werden, da es keine Möglichkeiten zur Lagerung oder Kühlung gab. Durch den geförderten Aufbau eines Warenhauses und eines Marktstandes an einer stark genutzten Straße Richtung Sudan können die Bauern jetzt ihre Ware verkaufen. Die Einnahmen daraus können sie in die Bildung ihrer Kinder und eine Gesundheitsvorsorge investieren.
  • Der Transport erfolgte bislang ausschließlich mit dem Fahrrad. Im Rahmen des Projektes wurde ein LKW angeschafft, der den Transport der Ware deutlich vereinfacht.
  • Der Projektpartner „Caritas“ ermöglicht den Bauern in einem bereits geschaffenen Landwirtschaftlichen Schulungszentrum im Nakasongola Distrikt, vieles über Anbaumethoden und Tierhaltung zu lernen. Auch Schreiben, Lesen und Rechnen erlernen die Bauern dort. Dadurch können sie Marktinformationen interpretieren. Das Angebot gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Es gilt vor allem die Rechte der Frauen zu stärken, die eine tragende Rolle in der Landwirtschaft spielen.


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