Niedersachsen

Zweifel an den Nitratmesswerten

Niedersächsischer CDU-Politiker hält Überprüfung der Messstellen in den „Roten Gebiete“ für sinnvoll.

Die Binnendifferenzierung der Grundwasserkörper in Niedersachsen hat bereits zu einer Verkleinerung der „Roten Gebiete“ geführt. Dennoch gibt es weiterhin Zweifel daran, wie korrekt und belastbar einzelne Messwerte sind. „Selbst Wasserschutzkooperationen, welche seit Jahrzehnten vorbildlich arbeiten und den Nitrateintrag deutlich verringert haben, wiesen belastete Messstellen auf. Dies gilt es zu hinterfragen“, erklärt Martin Bäumer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Anlass war die Unterrichtung des Niedersächsischen Umweltausschusses durch das Umweltministerium. Hier ging es um die Bestimmung der sogenannten „Roten Gebiete“ gemäß Düngeverordnung in Niedersachsen.

„Es stellt sich die Frage, warum nicht auch in Niedersachsen, so wie in NRW, das Messstellennetz überprüft wird“, so Bäumer weiter. Er spricht sich für ein transparentes Verfahren aus, um die Akzeptanz in den betroffenen Gebieten zu verbessern. Damit dürfte er beim Niedersächsischen Landvolk offenen Türen einrennen. Der Verband kritisierte die Auswahl der Messstellen für das Bewertungsverfahren als nicht ausreichend repräsentativ.

Darüber hianus brachte Bäumer auch die Einträge durch Kläranlagen ins Gespräch. Nötige Maßnahmen dürften sich nicht allein auf die Landwirtschaft beschränken. Auch andere Teile der Gesellschaft müssten zu einer Verbesserung der Einträge beitragen.


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Artikel geschrieben von

Anne Katrin Rohlmann

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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Diskussionen zum Artikel

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von Johann H. Knabbe Jun.

Handeln und Reden !

Sorry...gemeint ist Anfang 2020

von Johann H. Knabbe Jun.

Handeln und Reden !

Es mag nicht allen Lesern und Politikern bekannt sein, aber seit April 2019 abeitet im Auftrag von 20 niedersächsischen Landvolk-Kreisverbänden ein sehr renommierter Gutachter an einer fachlichen Evaluation der Ausweisung der "Roten Gebiete" , in dem u.a auch die Plausibilität der Messtellen hinterfragt wird. Durch Verzögerung bei der Datenübergabe werden wir erst Anfang 2019 die Expertise publizieren können, freuen uns aber inzwischen auch über die ersten Unterstützer auf Seiten der Politik.....

von Johann H. Knabbe Jun.

Handeln und Reden !

Es mag nicht allen Lesern und Politikern bekannt sein, aber seit April 2019 abeitet im Auftrag von 20 niedersächsischen Landvolk-Kreisverbänden ein sehr renommierter Gutachter an einer fachlichen Evaluation der Ausweisung der "Roten Gebiete" , in dem u.a auch die Plausibilität der Messtellen hinterfragt wird. Durch Verzögerung bei der Datenübergabe werden wir erst Anfang 2019 die Expertise publizieren können, freuen uns aber inzwischen auch über die ersten Unterstützer auf Seiten der Politik.....

von Henrik Plaas-Beisemann

Klarnamen

Ich möchte bitten das alle Kommentatoren ihren Namen nennen. Das hat die Diskussionen hier deutlich verbessert.

von

Fehlende personelle Abgrenzung

.....zwischen Berufsvertretung und Politik ist der Hauptgrund. Man muss miteinander kommunizieren, keine Frage. Aber das Wegmoderieren aller Probleme funktioniert hier nicht, so wie es in der Großen Politik auch an Grenzen stößt! Sach- und faktenbezogene Entscheidungen sind die einzigen Wege, um aus diesem Dilemma herauszukommen. Herr Merz lässt grüßen....

von Wilhelm Grimm

Übrigens:

Auch die Rolle unserer AGRARMEDIEN ist zu hinterfragen.

von Wilhelm Grimm

@ Albert Maier

Seit Ende 2016, als der entscheidende Nitratbeicht öffentlich wurde, ist bekannt, auch dem DBV, dass in der für die Öffentlichkeit und die Medien bestimmten Fassung , das BMU versucht hat, uns in die Irre zu führen. Warum hat der DBV bisher nichts gemacht? Ein Rätsel !

von Albert Maier

Endlich ...

....wird mal hinterfragt. Warum hier der BV nichts macht ist nicht zu verstehen.

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