Reportage

Ackerbohnen für Ägypten

Kulturen, die bei uns ein Nischendasein führen, können im Ausland umso gefragter sein. Das hat Jan Schulze-Geißler erkannt.

Auf den schweren und fruchtbaren Marschböden rund um Cadenberge bei Cuxhaven wirtschaftet Ackerbauer Jan Schulze-Geißler. Er ist Geschäftsführer der Schrot und Korn OHG, einem Zusammenschluss dreier Ackerbaubetriebe. Auf 150 der rund 1000 ha Betriebsfläche wachsen heute Ackerbohnen. Schulze-Geißler ist ein Fan der grobkörnigen Leguminose: „Sie ist gut für den Boden, reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, braucht keinen Stickstoff-Dünger und hat großes Potenzial für die Humanernährung.“

Seit Beginn des Jahrtausends plagt der Ackerfuchsschwanz die Landwirte in der Region. „Pro Quadratmeter Ackerfläche hatten wir bis zu 50000 keimfähiger Samen des Ackerfuchsschwanzes“, schildert Schulze-Geißler das Problem.

bohne gegen Fuchsschwanz

Dem Landwirt war klar, dass er seine enge Raps-Weizen-Weizen Fruchtfolge erweitern muss. Sein Berater Tjard Ommen hatte bereits erste Erfahrungen mit der Ackerbohne. „Die Bohne mag es kühl und nass. Sie passt ideal auf unsere Marschböden“, erklärt Schulze-Geißler. 2012 startete er auf 20 ha einen Testanbau der grobkörnigen Leguminose. Das Experiment glückte. Das einzige, was dem Ackerbauern zu seinem Glück fehlte, waren lukrative Absatzwege für die Ackerbohnen.

„Der Handel hat sich kaum mit der Ackerbohne beschäftigt“, erinnert sich der Landwirt. Ab 2014 suchte...