Das Grünland ans Klima anpassen – so gehts!

Trockenheit, Starkregen oder später Frost verändern die Grünlandbewirtschaftung. Dr. Heidi Jänicke zeigt, wie das Klima Einfluss nimmt und wie Landwirte darauf reagieren können.

Unser Klima ändert sich und hat sich verändert. Das belegen Messdaten zu den Temperaturen mehr als deutlich. Die Statistiken des Deutschen Wetterdienstes zeigen auch: Die Winter sind kürzer, Frühling und Herbst beginnen früher und dauern länger.

Seit 2000 traten gehäuft sogenannte Wärmerekordjahre auf. So gab es gegenüber früheren Jahrzehnten mehr Sommertage (mindestens 25°C), mehr heiße Tage (mindestens 30°C), mehr aufeinanderfolgende Trockentage und weniger Frosttage (Tiefstwerte von unter 0°C). Diese klimatischen Veränderungen werden sich wohl fortsetzen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rechnen damit, dass Witterungsextreme häufiger und intensiver auftreten. Sie erwarten unter anderem mehr Starkregenereignisse sowie eine veränderte Verteilung von Niederschlägen: mehr Regen im Herbst und Winter, weniger im Frühling und Sommer.

Folgen für das Grünland

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Grünlandwirtschaft sind nur teilweise einschätzbar. So könnte ein früherer Wachstumsbeginn im Frühling zwar bedeuten, dass die erste Nutzung früher erfolgen muss. Doch gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass dies nicht automatisch so ist.

Treten wiederholt Nachtfröste auf oder geht die Frühjahrsfeuchte zur Neige und es folgt Trockenheit, ist eine frühzeitige Nutzung nicht möglich. Auch eine Kombination aus beiden Einflüssen lässt den zeitlichen Vorsprung schmelzen. Eine frühere Nutzungsreife kann, muss aber nicht eintreten. Schwer kalkulierbare Spätfröste bei schon fortgeschrittener Ertragsbildung können zusätzlich Schäden hinterlassen.

Die höheren Temperaturen sind vor allem dann günstig, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Das ist aber oft nicht der Fall. So führen sommerlich hohe Temperaturen bei mangelnder Feuchtigkeit meist zu Ertragsminderung oder -ausfall. Auch Narbenschäden, die sich nur mit Saatgut reparieren lassen, sind dann häufiger.

Nachsaaten immer wichtiger

Das höhere Temperaturniveau im Herbst verlängert die Wachstumsperiode. Allerdings wird das Bergen und Verwerten der Aufwüchse bei ungünstigen Witterungsbedindungen im Herbst zur Herausforderung. Genauso wie Narbenschäden möglichst gering zu halten. Die Ernte im Herbst ist aber umso wichtiger, wenn es in den Sommermonaten zu Ertragsausfällen kam.

Nach milden Wintern steigt das Risiko für Schädlingsbefall und schwer regulierbare Unkräuter in der Grünlandnarbe. Auch der Anteil von Kräutern und Leguminosen kann steigen. Die Arten, die widerstandsfähig gegenüber wechselnden Wetterextremen sind, halten sich besser im Bestand. Die Zusammensetzung der Bestände ändert sich.

Das könnte den Ertrag und die Qualität der Futteraufwüchse allerdings auch negativ beeinflussen. Bei einer ausreichenden Wasserversorgung...

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