Biogas: Jetzt geht’s in die Verlängerung Premium

Anfang September können sich die ersten Biogasanlagenbetreiber um eine 10-jährige Anschlussförderung bewerben. Wir erklären, welche Fristen und Formalien einzuhalten sind.

Ende 2021 endet der erste Vergütungszeitraum für Wind-, Solar- oder Biogasanlagen, die seit dem Jahr 2000 Strom einspeisen und die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kassieren. Betreiber von älteren Anlagen haben die Wahl:

  • Sie verkaufen den Strom ohne Förderung, z.B. an Industriekunden.
  • Sie rüsten die Anlage auf Gaseinspeisung um und verkaufen Biomethan.
  • Sie legen nach Auslaufen des 20-jährigen Vergütungszeitraums die Biogasanlage still.
  • Sie nehmen an einer Ausschreibung teil und bewerben sich um eine zehnjährige Anschlussförderung. Diese letzte Option beschreiben wir im Folgenden detaillierter.*

1.Was bedeutet Ausschreibung?

Das Verfahren hat der Gesetzgeber mit dem EEG 2017 eingeführt. Es handelt sich um eine Art Versteigerung, bei der Sie in Ihrem Gebot die gewünschte Anlagengröße und Vergütungshöhe angeben. Es gibt ab dem Jahr 2017 verschiedene Ausschreibungen für Windenergie, Photovoltaik-Großanlagen und Biomasse. Für Biomasse findet nur eine Ausschreibung pro Jahr, jeweils am 1. September, statt. Erhalten Sie den Zuschlag, bekommen Sie diese Vergütung für weitere zehn Jahre. Dabei ist das Ausschreibungsvolumen für Biomasseanlagen (Holz, Biogas) auf 150 MW pro Jahr für die Jahre 2017 bis 2019 begrenzt. Es werden die Bieter mit den günstigsten Angeboten berücksichtigt. Die zuständige Bundesnetzagentur (BNetzA) vergibt solange Zuschläge, bis das Volumen von 150 MW erreicht ist. Wer keinen Zuschlag bekommen hat, muss ein Jahr warten bis zur nächsten Ausschreibung.

2.Wer kann teilnehmen?

An der Ausschreibung können Betreiber von Neuanlagen mit einer Leistung über 150 kW oder von bestehenden Anlagen, unabhängig von der Leistung, teilnehmen. Neben Biogasanlagen sind auch Holzkraftwerke dabei. Eine weitere Bedingung ist, dass die Restlaufzeit der ersten Vergütungsperiode noch höchstens acht Jahre läuft. Das betrifft also Anlagen, die 2005 und früher ans Netz gegangen sind. Wer einen Zuschlag erhält, darf sich an keiner späteren Ausschreibung mehr beteiligen, um etwa das Ergebnis noch zu verbessern.

3.Wann sollte ich mitbieten?

Im Jahr 2000 ist das EEG in Kraft getreten. Eine Anlage, die am 1.1.2000 in Betrieb gegangen ist, erhält die EEG-Vergütung bis Ende 2020. Würde der Betreiber im Jahr 2017 bei der Ausschreibung einen Zuschlag erhalten, könnte er zwischen dem 1.10.2018 (zwölf Monate nach der Ausschreibung) bis 1.09.2020 auf das neue Vergütungssystem umstellen. Mit dieser Strategie hätte er die alte Vergütung voll ausgenutzt und würde lückenlos in das neue System wechseln. Wenn Sie dagegen zu spät an der...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Artikel geschrieben von


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen