Blinken bei Bedarf

Immer mehr Windparks werden auf die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung umgerüstet. Ende 2022 müssen alle Parks damit ausgestattet sein. Es gibt aktive und passive Techniken auf dem Markt.

Kaum ein Thema wird im Kontext der Energiewende häufiger diskutiert als die Akzeptanz der Windenergie bei der Bevölkerung. Ein Störfaktor ist die das nächtliche Dauerblinken der Anlagen. Denn außerhalb von Städten und dicht besiedelten Gebieten müssen Windräder ab 100 m zwecks Flugsicherheit mit Blinklichtern gekennzeichnet sein. Das bestimmt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV).

Für mehr Akzeptanz will die Bundesregierung das Dauerblinken abschaffen und gegen eine Technik austauschen, bei der die grundsätzlich ausgeschalteten Blinklichter nur noch bei Annäherung eines Flugzeugs oder eines Hubschraubers zu leuchten beginnen.

Nach dem EEG 2017 sollten alle Windparks schon Ende Juni 2021 mit dieser bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK) ausgestattet sein. Die nötigen Anpassungen der AVV hatten die Nachrüstung verzögert. Die AVV ist aber inzwischen überarbeitet und die zuständige Bundesnetzagentur hat die Pflicht zur Nachrüstung bis Ende 2022 verlängert.

Aktiv oder passiv

Die BNK kann über Transpondersignalempfänger oder über aktive bzw. passive Radarsysteme erfolgen. Die Kosten hängen stark davon ab, wie viele Anlagen an ein System angeschlossen sind. Einige Hersteller nennen hier eine Spanne von 6500 bis 15000 € pro Anlage.

Die Nutzung von Transpondersignalen ist derzeit günstiger. Transponder haben alle Flugzeuge an Bord, die in der Nacht fliegen. Sie senden Signale aus, die durch einfache Antennen empfangen werden können, so auch von Antennen in Windparks. Die Kosten für die Empfänger der Transpondersignale liegen für einen gesamten Windpark (Radius 10 km) einmalig bei 3500 bis 15000 €. Zudem können bei der Umrüstung Kosten für eine neue Befeuerung dazukommen.

Bestellung von 300 Anlagen

Hierzu gibt es verschiedene Systeme auf dem Markt, von denen wir einige beispielhaft vorstellen. Die BNK-Lösung der Lanthan Safe Sky nutzt die Aussendungen von Transpondern an Bord der Luftfahrzeuge, die nachts grundsätzlich aktiviert sein müssen. Das System „STHDS 4.0“ besteht aus zwei Kernkomponenten, dem...