Damit das BHKW nicht schlapp macht Premium

Blockheizkraftwerke werden oft mangel-haft gewartet. Worauf Sie achten sollten, sagt Ihnen der BHKW-Experte Ulrich Lossie von der Deula in Nienburg.

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Die regelmäßige Wartung des Blockheizkraftwerkes (BHKW) zahlt sich aus. Die Praxis sieht leider anders aus.

Weil die Kosten für einen Wartungsvertrag mit dem Hersteller verständlicherweise oftmals gescheut werden, versuchen viele Anlagenbetreiber die regelmäßigen Arbeiten selber in Angriff nehmen. Doch Zeitdruck und unzu­reichende Erfahrungen führen leider dazu, dass es oft nur beim guten Vorsatz bleibt.

25 000 Euro Verluste pro Jahr

Dabei zeigen Berechungen des BHKW-Experten Ulrich Lossie von der Deula in Nienburg (Niedersachsen): Eine gute Wartung macht sich im Portemonnaie bemerkbar.

Bei einer 500-Kilowatt-Anlage sinkt beispielsweise durch eine mangelhafte Wartung der Wirkungsgrad um 2 % bis 4 %. Außerdem fällt das BHKW aufgrund von Störungen im Schnitt an drei bis acht Tagen häufiger aus und die Reparaturkosten steigen um 10 % bis 50 % (Übersicht). Folge: Der Ertrag sinkt in diesem Fall um mind. 25 000 €/Jahr!

Im Energie-Magazin 2/2010 (Seite 28 bis 31) haben wir Ihnen bereits wichtige Wartungsschritte erklärt, damit Ihr Blockheizkraftwerk immer rund läuft. Hier nun der zweite Teil.

Notkühler: Nach der Maisernte reinigen

Die Notkühlung ist in der Regel auf dem Dach des BHKW installiert und somit für Wartungsarbeiten schlecht zu erreichen. Dennoch sollten Sie die Mühen nicht scheuen und die Lüftung und Kühlflächen regelmäßig von Schmutz und Staub befreien.

Besonders im Frühjahr und nach der Maisernte im Herbst sollte Sie eine Extra-Wartung einplanen. Denn dann setzt sich die Kühlung relativ oft mit Blüten- oder Erntestaub zu. Für die Reinigung nehmen Sie am besten einen Kompressor zur Hilfe.

Gasqualität: Ohne Analyse kommen die Probleme

Eine Analyse des Biogases hat zwar auf den ersten Blick nichts mit der Wartung des BHKW zu tun. Auf den zweiten hingegen schon. Denn minderwertiges Gas schadet den Motoren und unter Umständen verlieren Sie Ihre Garantieansprüche. Insbesondere hohe Schwefelwasserstoffgehalte von mehr als 200 ppm/m3 im Biogas belasten das Motorenöl massiv und führen somit zu erhöhtem Verschleiß und Korrosion. Außerdem werden eventuell vorhandene Abgasoxidationskatalysatoren zerstört.

Um dem Ärger frühzeitig aus dem Weg zu gehen, sollten Sie mindestens einmal pro Tag Ihr Biogas untersuchen. Vor allem die folgenden Parameter sind entscheidend: Methan (CH4), Kohlendioxid (CO2), Sauerstoff (O2), Ammoniak (NH3) und Schwefelwasserstoff (H2S).

Wie hoch die einzelnen Werte maximal sein dürfen, um einen Garantieanspruch für das BHKW nicht zu verlieren, ist von Maschine zu Maschine verschieden. Fragen Sie daher den Her-steller Ihres Kraftwerkes nach seinen Anforderungen. Im besten Fall installieren Sie eine Gasanalyse an Ihre Anlage, die permanent die Qualität an unterschiedlichen Punkten (Fermenter, Nachgärer und BHKW) überwacht. Somit haben Sie auch gleichzeitig eine bessere Kontrolle der biologischen Leistung Ihrer Anlage. Allerdings schlagen diese Stationen mit 10 000 bis 20 000 € zu Buche. Wer diese Ausgaben scheut, sollte sich ein mobiles Mehrgasmessgerät zulegen. Das sind kleine Handgeräte mit denen Sie die Analyse manuell vornehmen. Anschaffungskosten: 3 000 bis 4 000 €.

Alle Gasmessgeräte haben eines gemeinsam, sie müssen in regelmäßigen Abständen kalibriert werden, nur dann ist eine ausreichende Genauigkeit gegeben. Dazu benötigen ...

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