EEG 2021: Eigenverbrauch wird noch interessanter

Alte und neue Solarstromanlagen bis 30 kW sind die Gewinner beim EEG 2021. Aber auch bei Freiflächenanlagen gibt es Verbesserungen.

Der Verbrauch des eigenen Solarstroms vom Dach rechnet sich seit Anfang des Jahres deutlich besser: Die Bundesregierung hat die anteilige EEG-Umlage auf selbstverbrauchten Strom für alte und neue Anlagen bis 30 kW abgeschafft. Diese und weitere Verbesserungen für Solaranlagenbetreiber im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stellen wir im Folgenden näher vor. Wie sich verschiedene Optionen rechnen, lesen Sie im Beitrag „Photovoltaik: Was tun, wenn die Förderung ausläuft“ ab S. 46 in dieser Ausgabe.

Lösungen für Altanlagen

Ende 2020 haben rund 18000 Solarstromanlagen das Ende der EEG-Förderung erreicht. In letzter Minute hat der Gesetzgeber für „ausgeförderte“ Anlagen mit einer Leistung bis 100 kW eine Übergangslösung geschaffen: Die Anlagenbetreiber erhalten, wenn sie nichts anderes veranlassen, als Vergütung den Jahresmarktwert für Solarenergie abzüglich einer pauschalen Vermarktungsgebühr von 0,4 ct/kWh. Ist eine Fernsteuerung installiert, sinkt der Abzug auf 0,2 ct/kWh. Der Mittelwert wird über eine komplizierte Rechnung für das Kalenderjahr im Nachgang ermittelt. Im Jahr 2020 lag er etwa bei 2,46 ct/kWh. „Betreiber erhalten für 2021 zunächst Abschlagszahlungen. Ob sie dann nachzahlen müssen oder Geld wiederbekommen, kann erst im Januar 2022 ermittelt werden“, erklärt Jörg Sutter, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), die unbefriedigende Situation.

Diese Vergütung gilt bis 2027. Wer seine Anlage darüber hinaus weiter betreiben will, muss sich nach Alternativen umsehen, also den Strom entweder selbst vermarkten oder an Dritte liefern. „Das ist schon heute für Kleinanlagen unter 5 kW nötig, weil die Vergütung von ca. 2,5 ct/kWh abzüglich 0,4 ct/kWh für sie nicht ausreicht“, sagt Sutter. Denn die laufenden Kosten für Zählermiete, Versicherung oder Reparaturen machen im Jahr bis 150 € aus. Eine Anlage mit 5 kW würde bei einem Solarertrag von 900 kWh/kW aber nur rund 95 € im Jahr an Einspeisevergütung kassieren.

Eine Alternative ist der Verkauf des Stroms an Stadtwerke, Ökostromversorger oder über Vermarktungsplattformen (z.B. www.cells.energy). Es gibt Anbieter, die bis zu 6 ct/kWh zahlen.

Cloud-Lösungen

Eine andere Möglichkeit ist es, den Strom virtuell in einer Cloud zu speichern und den Bedarf auch von dort zu beziehen. „Das bieten einige Hersteller von Batteriespeichern oder Energieversorger an. Die Strom-Cloud ist aber nicht pauschal eine wirtschaftliche Lösung“, sagt Emil Gehring, Solarfachberater beim Bayerischen Bauernverband. Wird die Cloud im Paket mit einem Batteriespeicher angeboten, ist dieser oft sehr groß dimensioniert. Denn...