EEG 2021: Verhaltene Aufbruchstimmung

Mit der anstehenden EEG-Novelle sollen alte und neue Biogasanlagen wieder eine Perspektive bekommen. Das könnte gelingen – wenn der Gesetzgeber nachbessert.

Biogas soll auch künftig eine Rolle im Energiemarkt spielen. Das ist die gute Botschaft, die aus dem Entwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) hervorgeht. Zunächst sah das aber nicht so aus. Im Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums zu dem Gesetz gab es nur wenige Lichtblicke für die Biogasbranche. Inzwischen hat der Gesetzgeber nachgebessert. Trotzdem bleiben immer noch viele Fragen offen, wie eine Analyse der wichtigsten Änderungen zeigt.

Ausschreibungsvolumen

Das jährliche Ausschreibungsvolumen soll von 225 auf 350 MW angehoben werden. Das bedeutet: Es können sich mehr Betreiber von bestehenden oder von neuen Anlagen im Ausschreibungsverfahren um eine Vergütung bewerben. Installiert sollen im Jahr 2030 insgesamt 8400 MW Biomasseleistung sein. Die Stromerzeugung aus Biomasse soll – wie im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung vorgesehen – bei 42 Terawattstunden (TWh) liegen, damit Deutschland einen Anteil von 65% erneuerbare Energien im Strommarkt erreicht. Beide Ziele wären aber ein Rückschritt gegenüber heute: Im Jahr 2019 lag die installierte Leistung bei 8900 MW, die Stromerzeugung bei 44,6 TWh.

Das Hauptstadtbüro Bioenergie, das unter anderem vom Fachverband Biogas und dem Bundesverband Bioenergie getragen wird, hält das Ausschreibungsvolumen daher für zu gering: Selbst unter optimistischen Annahmen müsste es mindestens 430 MW pro Jahr ausmachen, besser wären sogar 950 MW.

Denn die Anlagen sollen noch stärker flexibilisiert werden. Hierzu gibt es Anreize im Gesetz wie die Streichung des Deckels für die Flexibilitätsprämie, die Erhöhung des Flexzuschlags von 40 auf 65 €/kW installierter Leistung und die Abschaffung der Vergütung, wenn die Börsenstrompreise länger als eine Stunde negativ sind.

Dazu kommt ein Trend hin zu stärken Schwankungen bei den Börsenstrompreisen, was eine flexible Fahrweise mehr honorieren würde. Es sei deshalb davon auszugehen, dass neue und bestehende Bioenergieanlagen im Jahr 2030 deutlich niedrigere Volllaststunden haben werden als im Maximalszenario der Bundesregierung angenommen. Der Fachverband Biogas hält durchschnittlich 3200 Volllaststunden im Jahr 2030 für realistisch.

Außerdem dürften nicht alle heute existierenden Anlagen eine Verlängerung anstreben, einige werden aussteigen. Auch daher muss das Ausschreibungsvolumen steigen, damit dieser Wegfall kompensiert werden kann. Darum regt das Hauptstadtbüro an, nicht die installierte Leistung, sondern vielmehr die Stromerzeugungsmenge als Zielwert festzuschreiben.

Höhere Gebotswerte

Die Gebotshöchstwerte für Neu- und Bestandsanlagen sowie auch im neuen Ausschreibungssegment für Biomethan-BHKW in der „Südregion“ sollen um jeweils 2 ct/kWh angehoben werden. Gemeint ist die Vergütungshöhe, die Anlagenbetreiber nach...