Geben Sie Heuschrecken keine Chance! Premium

Wie Sie ein Projekt gut umsetzen können, zeigen die Erfahrungen von erfolg­reichen Parks aus drei Bundesländern. Was können Landwirte tun, wenn die „Herren im schwarzen Anzug“ klingeln und mit fünfstelligen Pachten je Anlage locken? Der einhellige Rat von erfahrenen Bürgerwindparkbetreibern lautet: Auf keinen Fall einen Vertrag ohne Prüfung unterschreiben! Stattdessen haben sich folgende Schritte als vielversprechend herausgestellt: Gemeinsam handeln, Kommune einbinden, Planungs- und Entscheidungshoheit behalten, Pachtsumme fair verteilen, Bürger richtig beteiligen, optimale Rendite anstreben. 1. Gemeinsam handeln Immer wieder versuchen einige Pro­jektierer, Flächenbesitzer gegeneinander auszuspielen. Genau in dieser Phase wird die Basis für einen erfolgreichen Bürgerwindpark gelegt. Wichtig ist, dass die Grundstückseigentümer sich nicht ausbooten lassen. Je nach Region gibt es dafür unterschiedliche Methoden: In Schleswig-Holstein liegt die Federführung bei der Kommune. „Die Gemeinde Löwenstedt hatte im Jahr 2009 zur Einwohnerversammlung eingeladen, Vorverträge mit den Grundstückseigentümern abgeschlossen und zusammen mit den Einwohnern früh über Anlagemöglichkeiten informiert“, berichtet Astrid Jensen, eine der Geschäftsführerin des Bürgerwindparks Löwenstedt. Später übergibt die Gemeinde die Verträge an die Betreibergesellschaft, meist eine GmbH & Co. KG. Bis zur Firmengründung hat die Gemeinde die Verträge in der Hand. „Das bietet auch für die Anwohner Sicherheit“, urteilt Oke Carstensen vom Bürgerwindpark-Planungsbüro WEB Andresen aus Breklum. Denn sollte sich die Betreibergesellschaft nicht an die Vereinbarungen wie z. B. den Mühlentyp halten, kann die Gemeinde es ablehnen, die Verträge an die Betreibergesellschaft abzugeben. Im Raum Diepholz (Niedersachsen) übernimmt dagegen der Kreislandvolkverband die Planung. Die Landwirte schließen mit der Tochtergesellschaft des Landvolkverbandes Verträge ab. „Wir bekommen häufig Verträge zur Prüfung vorgelegt, die unsere Landwirte von Projektierern erhalten haben. Dann informieren wir die Landwirte, dass sie auch gemeinsam handeln können“, erläutert Algrid Hagen-Gerdes, Windenergie-Expertin bei der Landvolk Betriebs GmbH. In Westfalen dagegen gründen die Grundstückseigentümer in einem Windvorranggebiet in der Regel eine Entwicklungs GbR. Allein in den letzten knapp zwei Jahren sind nahezu 60 GbRs entstanden. Darin schließen sich Landbesitzer und direkte Anwohner zusammen und verpflichten sich, nicht mit externen Projektierern zusammenzuarbeiten. Wird der Park gebaut, geht die GbR in die Betreibergesellschaft über. 2. Die Kommune ­einbinden In vielen Regionen schließen die Planer ohne rechtliche Grundlage Verträge mit den Landwirten ab. Insider werten das als Zeichen dafür, dass die Flächenakquise für externe Firmen immer schwieriger wird. Aber auch für Landwirte ist das nicht ohne Risiko. „Wenn die Planung weder auf dem Regionalen Raumordnungsplan noch auf der kommunalen Bauleitplanung beruhen, ist sie rechtlich nicht zu halten“, teilt der Landkreis Emsland als zuständige Genehmigungsbehörde für die Umsetzung von Windparks in der Region auf top agrar-Anfrage mit. Auch bei Flächen, die zukünftig z. B. durch eine Überarbeitung der Planungsgrundlagen in Frage kommen könnten, rät die Kommune den ...

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