Getreide, Obst und Brennholz von einer Fläche Plus

Baumstreifen auf Äckern reduzieren die Winderosion und können für höhere Getreideerträge sorgen. Noch gibt es viele technische und rechtliche Hürden. Das könnte sich jedoch ändern.

Der Wind pfeift Mitte März über die Ackerflächen im brandenburgischen Peickwitz. Jede Böe nimmt von dem brachliegenden Schlag ein klein wenig Ackerboden mit. „In diesem Frühjahr ist es wegen der Trockenheit wieder besonders heftig. Dabei haben wir hier ohnehin nicht viel Humus auf den Böden“, beklagt Thomas Domin, der hier einen Betrieb mit 320 ha Fläche, Mutterkühen und Direktvermarktung betreibt.

Um der Bodenerosion entgegenzuwirken, hat er vor vier Jahren neun Baumreihen mit Robinien, Pappeln, Weiden und Erlen angelegt: sechs bis zu 12 m breite Streifen auf Ackerflächen, zwei auf Grünland und einen entlang eines Entwässerungsgrabens.

Neue Forschungsergebnisse

Diese Flächen hat Domin im Rahmen des Forschungsprojekts „Agroforstliche Umweltleistungen für Wertschöpfung und Energie“ (AUFWERTEN) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus angelegt. Das Projekt ist jetzt abgeschlossen (siehe auch Kasten zu den Vorteilen auf Seite 99).

Für die Anlage der 5,7 ha Agroforstfläche hat Domin rund 30000 € ausgegeben. Die Bäume stehen insgesamt auf 1,8% der Fläche. Die Gehölzstreifen lieferten im Schnitt rund 17 t Frischmasse bzw. 8,5 t Trockenmasse pro Hektar und Jahr. „Bei unseren Böden und nur 550 mm Jahresniederschlagsmenge ist das ein sehr guter Ertrag“, schlussfolgert der Landwirt.

Weitere Effekte

  • Die Baumstreifen haben die Windgeschwindigkeit auf den Ackerflächen um ca. 50% reduziert.
  • Die Mehrerträge der landwirtschaftlichen Kulturen kompensieren den Flächenverbrauch durch die Gehölzstreifen. Die Erträge sind damit trotz der geringeren Ackerfläche gleich geblieben.
  • Am Gewässerrandstreifen sind die Nitratwerte in dem oberflächennahen Grundwasser von zeitweilig 60 mg/l auf 5 mg/l gesunken. Die Beschattung führte außerdem dazu, dass weniger Schilf am und im Graben wuchs.

Die Anlage der Streifen

Für die Anlage von Agroforststreifen sollten Flächenbesitzer vorab klären, wofür sie Streifen nutzen wollen: Steht der Erosionsschutz im Vordergrund, ist eine Anlage quer zur Hauptwindrichtung sinnvoll. Auch ist zu beachten, dass der Windschutzeffekt bei Kurzumtriebswirtschaft bis ca. 100 m Breite zwischen den Streifen messbar ist. Pflanzenarten und Bestandsdichte werden so gewählt, dass sie möglichst effektiv Windschutz bieten. Dienen die Streifen dagegen als Schattenspender für Weidevieh, sollten sie eher in Ost-West-Richtung stehen.

Die Baumreihen werden so angelegt, dass Anbau und Ernte der Ackerkulturen nicht behindert werden. Der Abstand sollte sich also nach der Arbeitsbreite von Saat-, Pflanzenschutz- oder Erntemaschinen richten.

Umtriebszeit bestimmt dichte

Die...

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