Meeresalgen aus der Biogasanlage Plus

Die Produktion von Algen könnte ein neues Standbein für Biogasanlagen werden, die keine EEG-Förderung mehr erhalten. Ein Forschungsprojekt soll das Verfahren näher beleuchten.

Strom ist heute das wichtigste Produkt einer Biogasanlage. Beim Prozess fallen aber auch Wärme, Dünger und CO2 an. Alle drei bisherigen „Abfallprodukte“ könnten sich künftig zusammen nutzen lassen: bei der Produktion von Meeresgroßalgen. Algen als Rohstoff sind schon länger im Gespräch – z.B. als Nahrungsmittel oder als Rohstoffquelle von Biotreibstoffen. Doch in der Regel sind damit Mikroalgen gemeint. Diese haben jedoch erhebliche Nachteile:

  • Die Kosten für Bau und Betrieb der Kultivierungsanlagen sind hoch.
  • Bei ihrer Herstellung besteht die Gefahr, dass die Algenkultur verunreinigt.
  • Die Kultivierungstechnik ist komplex.
  • Der Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) der erntereifen Algensuspension ist mit teilweise unter 0,5% sehr niedrig, sodass sie technisch und energetisch aufwendig geerntet und aufbereitet werden muss.

Produktive Makroalgen

Angesichts dieses hohen verfahrenstechnischen und betriebswirtschaftlichen Aufwands ist es kaum verwunderlich, dass nur sehr wenige langfristig tragfähige, großtechnische Anlagen zur Mikroalgengewinnung existieren.

Weniger Nachteile haben dagegen Meeresgroßalgen, auch marine Makroalgen genannt. Sie haben beispielsweise einen TS-Gehalt von bis zu 25%. Auch ist die Produktion und Ernte der Algen einfacher als bei Mikroalgen. Trotzdem produzieren auch sie sehr viel Biomasse, die jene der produktivsten Landpflanzen bei Weitem übersteigt: Die Biomasse verdoppelt sich etwa alle drei bis vier Wochen. So lassen sich mehr als 100 t TS/ha und Jahr mit Makroalgen ernten. Ebenso sind Makroalgen – anders als Landpflanzen – frei von ligninhaltigem Stützgewebe. Das erleichtert deren Vergärung in Biogasanlagen.

Vielseitige Nutzung

Die dabei erzeugte Makroalgenbiomasse lässt sich vielfältig nutzen:

  • als hochpreisiges Lebens- und Futtermittel,
  • als Rohstoff zur Biogasproduktion,
  • als organischer Zusatz, um den Biogasprozess zu unterstützen,
  • als wachstumsstimulierendes organisches Düngemittel,
  • als Rohstoff im pharmazeutischen und kosmetischen Bereich,
  • als innovative Proteinquelle.

Die in einer Biogasanlage anfallenden Koppelprodukte sind ideal zur Produktion von Makroalgen geeignet:

  • Die im BHKW anfallende Wärme dient zum Temperieren der Algen, wodurch sich eine vollständige Nutzung der Abwärme erreichen ließe.
  • Das im Motorabgas enthaltene CO2 dient den Algen zum Stoffwechsel, sodass sich der Kohlenstoff weiter nutzen lässt und nicht in die Umgebung abgegeben werden muss.
  • Die im Gärrest enthaltenen Nährstoffe können das Algenwachstum...

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