Schäden im Beton: Falsche Planung meist Ursache Plus

Biogasexperte Torsten Fischer erklärt, warum es immer noch zu vielen Problemen bei Behältern und Siloplatten kommt, und was Sie dagegen tun können.

Herr Fischer, das Planungsbüro Krieg&Fischer hat kürzlich die Firma LFI zur Planung von Betoninstandhaltungen gegründet. Warum das?

Fischer: Ich stelle seit Jahren fest, dass es Probleme mit der Betonqualität und der Dichtigkeit von Silageplatten und Betonbehältern in Biogasanlagen gibt. Ganz allgemein schreiben wir jährlich 25 bis 30 Gutachten für Gerichte, Versicherungen und Betreiber. Von diesen befasst sich etwa ein Drittel mit Betonschäden. Die Zahl der Mängel bleibt konstant hoch. Dabei geht es häufig um sechsstellige Beträge. Denn zu den Sanierungskosten kommt oft eine längere Betriebsunterbrechung ohne Einnahmen aus dem Stromverkauf hinzu. Um Betreibern zu helfen, habe ich mit meinem Kollegen Daniel Liebing das Planungsbüro LFI gegründet.

Woher kommen die Probleme?

Fischer: Bei Siloplatten gibt es oft statische Probleme. Jede Platte ist für ein bestimmtes Gewicht ausgelegt. Wird die Biogasanlage jedoch größer und benötigt mehr Rohstoffe, erreicht die Miete statt 4 m Höhe dann auch schon mal 7 oder 8 m. Verschärft wird das Problem, wenn der Planer Grundwasserprobleme nicht berücksichtigt hat. Steigt im Frühjahr oder Herbst der Grundwasserspiegel an und sammelt sich unter der Platte Grundwasser an, drückt das Wasser von unten gegen den Asphalt. Das ist eine erhebliche statische Belastung. Und als Drittes kommt es im Silo zur flächigen Betonkorrosion bei Silage mit niedrigem pH-Wert und bei fehlender Beschichtung des Betons.

Was sollten Betreiber bei der Beschichtung beachten?

Fischer: Die Vorgaben für die Beschichtung kommen aus der Statik. Der Statiker hat die sogenannte „Exposition“ zu berücksichtigen und den Schutz des Betons vorzugeben. Der Beschichter hat dies über die Dokumentation nachzuweisen. Formell ist der Bauherr, eventuell über seinen Planer, für die Abnahme der Beschichtung verantwortlich. Die ordnungsgemäße Ausführung müssen die Parteien zuerst einmal vertraglich vereinbaren. Dann ist eine ordentliche Bauüberwachung notwendig. Dazu gehört gemäß Vorschriften eine gewisse fachliche Qualifikation.

Gibt es auch Fehler auf Seiten der Betreiber?

Fischer: Ja, das betrifft z.B. das Beladen der Fahrsilos. Viele Anlagenbetreiber wissen gar nicht, dass die Siloplatte nur für ein bestimmtes Gewicht ausgelegt ist und wie hoch sie die Silage maximal einlagern dürfen. Das muss übrigens auf einem Schild stehen, das an der...


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