Vom Gärrest zum Dünger Plus

Die Firmen Regenis und Terrawater haben Verfahren entwickelt, um aus Gärrest marktreifen Dünger zu produzieren. Wir haben uns die Technik in der Praxis angesehen.

Genau wie Tierhalter haben auch Biogasanlagenbetreiber in Veredelungsregionen das Problem, dass der Gärrest nur selten komplett auf eigenen Flächen ausgebracht werden kann. Gleichzeitig wünschen sich Ackerbauern lager- und streufähigen Wirtschaftsdünger als Ersatz für teuren Mineraldünger. Was liegt da näher, als aus den Gärresten einen marktfähigen Dünger zu produzieren? Allerdings reicht es nicht, den Gärrest nur zu separieren oder zu trocknen. Der Dünger muss vielmehr genau definierten Vorgaben entsprechen.

Zwei neue Ansätze gibt es dazu in der Praxis:

  • Die Düngerproduktion von REW Regenis, einer Kombination aus Separator, Verdampfungstrockner und einer optionalen ASL-Produktion,
  • das Verfahren von Terrawater mit belüftetem Festbettreaktor, Mikrofilter, Ammoniumstrippung zur ASL-Produktion und Salzproduktion.

Separator und Trockner

Bei der Düngerproduktionsanlage von REW Regenis aus Quakenbrück wird der Gärrest aus der Biogasanlage zunächst mit dem Pressschneckenseparator Regenis GE entwässert. Bei diesem „ziehenden“ Separator wird das Material nicht wie sonst üblich von der Pressschnecke gegen ein Sieb gedrückt, sondern durch das Sieb gezogen. Dieses Verfahren mindert den Verschleiß aufgrund reduzierter Druckkräfte und benötigt nur rund 0,5 kWh Strom. Aus 1,5 m³ Gärrest erzeugt der Separator je nach Trockensubstanzgehalt und Zusammensetzung des Inputs sowie je nach Einstellung des Separators (Vordruck, Drehzahl, Sieb usw. ) 200 bis 300 kg Feststoff.

Der Feststoff gelangt in den Verdampfungstrockner „Regenis GT“. Trommel und Gehäuse sind doppelwandig. Die Rauchgase aus dem BHKW strömen in die äußere Hülle sowie in dem Kern der 6 m langen Trocknungstrommel, in dem die Welle untergebracht ist. Der zu trocknende Gärrest befindet sich zwischen diesen beiden Wärmeschichten. Der Vorteil: Das Trocknungsgut kommt nicht direkt mit den Rauchgasen in Berührung. Anders als bei Heißlufttrocknern sind auch keine Ventilatoren nötig, die die warme Trocknungsluft über das Trockengut blasen. Das spart Betriebskosten und es entstehen keine staubhaltigen Abgase, die anschließend aufwendig gereinigt werden müssten. „Außerdem kann der Anlagenbetreiber die Wärme aus dem Kühlkreislauf des BHKW für andere Anwendungen nutzen“, erklärt Regenis-Geschäftsführer Dr. Dieter Schillingmann. Bei einer Biogasanlage mit 500 kW (elektrisch) stehen rund 250 kW Warmwasser und etwa 250 kW Wärme aus dem...

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