Windstrom aus dem Wald Premium

Mehrere hundert Windräder drehen sich mittlerweile in deutschen Wäldern. Kommunen hoffen auf mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung, Jäger und Naturschützer dagegen schlagen Alarm.

In dem schönen Westerwald, ja, da pfeift der Wind so kalt“, heißt es in einem alten deutschen Volkslied. Nicht besingen, sondern nutzen will das Land Rheinland-Pfalz diesen Wind über den Wipfeln des Waldes: Auf 2 % der Waldfläche sollen Windparks entstehen und die Energiewende entscheidend vorangebracht werden.

„Wir wollen bewusst ökologisch wenig schutzwürdige Fichtenwälder für die Windenergie verfügbar machen anstelle von naturschutzfachlich wertvolleren Flächen wie z. B. Grünland“, erklärt dazu Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Ernährung, Landwirtschaft und Forst in Rheinland-Pfalz.

Vorreiter Rheinland-Pfalz:

Damit gilt das Land als Vorreiter der neuartigen Waldnutzung. Denn Rheinland-Pfalz ist mit 43 % Waldanteil das waldreichste Bundesland in Deutschland. Inzwischen drehen sich hier über 100 Windräder im Wald. Bis zum Jahr 2030 will das Land seinen Strombedarf vollständig über erneuerbare Energien abdecken, Windenergie soll das Hauptstandbein bilden.

Für diese Art der Waldnutzung sprechen viele Argumente:

  • Die Windenergieanlagen stören das Landschaftsbild weniger, da sie im Wald weniger sichtbar sind als auf freier Fläche. Die unteren 50 Meter der Anlagen sind von den Bäumen verdeckt.
  • Waldstandorte sind häufig entfernt von Ortschaften, es gibt also weniger Diskussionen um Schlagschatten oder Geräusche.
  • Es werden weniger landwirtschaftlich genutzte Flächen in Anspruch genommen, die für die Nahrungs-, Futtermittel- und Energiepflanzenproduktion dringend benötigt werden. Gleichzeitig mindert ein Ausweichen auf den Wald den Druck auf die Pachtpreise in der Landwirtschaft.
  • Die Pacht- und Stromerlöse über die Windkraftnutzung bescheren den Waldbesitzern höhere Erlöse als die Holznutzung. Ein Windrad benötigt rund 1 ha Fläche. Ein Waldbesitzer kann mit Pachteinnahmen von rund 10 000 bis 15 000 € je MW Leistung rechnen, heißt es in der Konzeptstudie „Windenergie im Wald“ des Planungsbüros Linden Energy aus Oldenburg.
  • Der Bau von tragfähigen Wegen kann auch die Forstwirtschaft unterstützen. Denn die Wege müssen für eine Achslast von 12 Tonnen bzw. bis zu 164 Tonnen Gesamtgewicht der Fahrzeuge ausgelegt sein.
  • Gleichzeitig können sich Waldbrandschneisen anlegen lassen.
  • Windwurfflächen, ...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Umzingelt von Öko: Konventionelle Bauern leiden unter Käferinvasion

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen