Windenergie

10 Jahre Offshore-Wind: fast 1500 Anlagen am Netz

Im Jahr 2019 sind 160 Anlagen auf See mit einer Leistung von 1.111 MW neu an Netz gegangen. Die Branche fordert einen zügigen Ausbau der Technik.

Zu Beginn der Offshore-Entwicklung in Deutschland im Jahr 2010 lieferten mit dem Testfeld ‚alpha ventus‘ lediglich zwölf Anlagen mit einer Leistung von 60 MW sauberen Strom. Zehn Jahre später sind es rund 1.500 Anlagen mit einer Leistung von über 7,5 Gigawatt (GW). Im vergangenen Jahr sind 160 Anlagen mit einer Leistung von 1.111 MW dazu gekommen.

Branche befürchtet Arbeitsplatzverluste

Die Branche fordert schon seit langem einen Ausbau auf mindestens 20 GW bis 2030 und einen Ausbaupfad, der darüber hinausgeht. Dafür müsse die Bundesregierung schnell die gesetzlichen Grundlagen schaffen und im ersten Schritt freie Kapazitäten von bis zu 2 GW vergeben, um die Folgen der Ausbaulücke für die heimische Industrie abzufedern. Nur so bleibe die heimische Lieferkette erhalten und frühere Erfolge, wie der - 2 GW-Ausbau im Jahr 2015 - können erneut erreicht werden.“

Die Branchenvertreter von BWE, BWO, Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und WAB erklärten weiter: Jeder weitere Zeitverlust führe zu zusätzlichen Arbeitsplatzverlusten und gefährde die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Aufgrund der langen Projektzyklen von Offshore-Windparks sei langfristige Planungssicherheit von hoher Bedeutung, so dass jetzt schon der Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2035 und 2050 geplant werden müsse, erklärten die Branchenvertreter. Sonst drohten Engpässe und zeitliche Verwerfungen. Allerdings müssten die Ausbaupfade für alle EE-Technologien angesichts des steigenden Strombedarfs überprüft und die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden. Für 2035 sei nach Auffassung der Branchenvertreter eine Offshore-Wind-Kapazität von 30-35 GW erforderlich, bis 2050 müsse diese auf über 50 GW ansteigen.

Netzausbau muss vorankommen

Im Bereich der Netzplanung seien die Netzausbaumaßnahmen an Land zu forcieren und alle Möglichkeiten der besseren Auslastung der Bestandsnetze zu nutzen. Zudem müssten regulatorische Hürden im Bereich der Nutzung von grünem Strom für die Sektorkopplung beseitigt werden. Dafür seien insbesondere Änderungen im Abgaben- und Umlagensystem erforderlich, so die Branchenvertreter.

Ebenso muss es zeitnah eine Weiterentwicklung des Fördersystems geben. So sind die Null- Cent-Gebote der vergangenen Ausschreibungsrunde nach aktueller Rechtslage der Höchst- preis aller kommenden Ausschreibungen. Somit fehlt eine Möglichkeit zur Differenzierung zu- künftiger Gebote. Zudem ist die Wirtschaftlichkeit bei einigen Parks aufgrund verschiedener Faktoren, wie beispielsweise der zunehmenden Entfernung zum Festland, so nicht mehr gegeben. Die hierfür erforderliche Reform der Fördersystematik würde die Stromverbraucher im hohen dreistelligen Millionenbereich entlasten.

Offshore könnte Wasserstoffwirtschaft unterstützen

Außerdem sei nach Meinung der Branche ein effektiver CO2-Preis mit dem Ziel notwendig, die tatsächlichen Kostenvorteile klimaneutraler Erzeugungskapazitäten sichtbar zu machen. Die angestoßene CO2-Bepreisung in den Sektoren Verkehr und Wärme ist daher ein erster wichtiger Schritt, um einen Markt für „grünen“ Wasserstoff zu schaffen, welcher durch erneuerbaren Strom erzeugt wird. Offshore-Windenergie könne die Nationale Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung maßgeblich unterstützen.

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Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat im ersten Halbjahr rund 16 % mehr Windstrom von der Nordsee an Land übertragen als im Vorjahr. Das Plus reicht aber noch nicht.  

Im Jahr 2018 sind 136 neue Windenergieanlagen auf See ans Netz gegangen. Die Stromproduktion aus Offshore-Wind stieg im Jahr 2018 um rund acht Prozent.

In 2015 sind Windkraftanlagen auf dem Meer mit einer Leistung von rund 2.282 Megawatt neu ans Netz gegangen. Das ist Rekord.


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