Windenergie im Süden

Aiwanger: „Jetzt geht es auch in Bayern wieder vorwärts mit Windkraft“

Nach mehreren Nullrunden bei den Ausschreibungen gab es bei der jüngsten Versteigerung drei Zuschläge für Projekte in Bayern.

Bei der Windausschreibung zum Gebotstermin 1. Mai 2021 haben nach mehreren Nullrunden diesmal drei bayerische Windprojekte mit insgesamt sechs neuen Windrädern einen Zuschlag erhalten. Auch wenn die Menge im Vergleich zu 137 insgesamt vergebenen Zuschlägen gering ist, freut sich Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger über das Ergebnis: „Damit geht es jetzt mit der Windkraft im Freistaat wieder voran.“

Die drei Projekte

Im Windpark Markt Taschendorf 2 im Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim sollen zwei moderne 5,6-MW Anlagen errichtet werden. An diesem Standort wurden bereits in der Vergangenheit zwei Anlagen als Bürgerwindparks umgesetzt. Der Windpark in Sulzthal im Landkreis Bad Kissingen sieht drei Anlagen mit jeweils 3 MW Nennleistung vor. Zusätzlich soll in Wiesenfelden im Landkreis Straubing-Bogen eine zusätzliche Anlage mit einer Nennleistung von 4,2 MW ans Netz gehen. Damit werden sechs neue Windenergieanlagen mit fast 25 MW an zusätzlicher Leistung zum bayerischen Anlagenpark hinzukommen.

Durch die zusätzlichen Anlagen kann die regionale Stromversorgung gestärkt werden. Die neue Regelung des EEG ermöglicht es zudem, Standortkommunen an der Wertschöpfung durch die Windenergie finanziell zu beteiligen. Für jede kWh eingespeisten Strom eines Windrades kann die Standortkommunen 0,2 Cent erhalten, was sich auf eine Summe von etwa 12.000 bis 20.000 Euro jährlich summiert. „Wir müssen mit passgenauen Lösungen vor Ort die Bürger mitnehmen, nur so gibt es Akzeptanz und Fortschritt bei der Windenergie. Es sieht momentan so aus, als würde sich der Wind für die Windkraft in Bayern in positivem Sinne drehen“, so Aiwanger.

Erfolg für "Aufwind"

Mit der Bayerischen Windenergieoffensive Aufwind unterstützt das Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie aktiv den Ausbau der Windenergie in Bayern. Herzstück sind die sieben Regionalen Windkümmerer, die inzwischen über 40 Kommunen in ganz Bayern auf dem Weg hin zu Windrädern im jeweiligen Gemeindegebiet begleiten. Die Initiative habe der Windenergie einen spürbaren Schub gegeben, so der Minister. Etliche weitere Projekte wurden von Kommunen wieder aufgegriffen. Aiwanger: „Wir setzen hier alle Hebel in Bewegung, um die Kommunen bei der Bauleitplanung zu unterstützen und möchten vor allem das Instrument der Windkümmerer für den erforderlichen Ausbau der Windenergie in Bayern verstetigen und ausbauen.“ Der Blick zum Nachbarbundesland Baden-Württemberg zeige, wieviel Überzeugungsarbeit notwendig ist, um neue Windkraftprojekte durchzusetzen: Dort gab es bei dem Gebotstermin Zuschläge für nur 20,4 MW. „Und das trotz der Anstrengungen der von den Grünen geführten Landesregierung“, sagt Aiwanger.

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Zum ersten Mal seit dem Jahr 2017 gab es bei der jüngsten Ausschreibung wieder Zuschläge für mehr als 1000 MW. Enttäuschend ist das Ergebnis für Bayern und Baden-Württemberg.

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