Biobrennstoffe für den Kessel

Alternative Brennstoffe: Biokraftstoffe als Heizölersatz

Mit „Green Fuels“ könnten heute noch fossil betriebene Fahrzeuge und Heizungen eine klimaschonende Perspektive bekommen, falls andere Alternativen nicht möglich sind.

Die Herausforderung, die Energieversorgung in Deutschland bis 2050 klimaneutral zu gestalten, ist gewaltig. Neben heimischem Wind- und Sonnenstrom sind zusätzliche Optionen gefragt. Dazu zählen, neben grünem Wasserstoff, alternative flüssige Energieträger, die fossile Brenn- und Kraftstoffe nach und nach ersetzen könnten, erklärt das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) als Vertreter der Mineralölwirtschaft. IWO benennt die Vorteile der flüssigen Alternativen so: Sie lassen sich ohne große Umrüstungen auch in bestehender Technik zum Einsatz bringen. So würden auch heute noch fossil betriebene Fahrzeuge und Heizungen eine klimaschonende Perspektive erhalten. „Herstellung und Nutzung alternativer Brenn- und Kraftstoffe beruhen auf geschlossenen Kohlenstoffkreisläufen. Bereits heute werden sie mit Benzin, Diesel und Heizöl kombiniert. Künftig geht es darum, Art und Zahl der regenerativen Quellen zu erweitern, zum Beispiel durch nachhaltige Biokraftstoffe, die eine Konkurrenz mit dem Nahrungsmittelanbau vermeiden“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. „Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden mittel- bis langfristig auch E-Fuels auf Basis von grünem Wasserstoff benötigt, der mittels Ökostrom erzeugt wird.“

Erneuerbare Energie importieren

Flüssige Brenn- und Kraftstoffe haben laut IWO eine hohe Energiedichte und lassen sich, anders als Strom, sehr gut speichern und auch über längere Strecken transportieren. Damit eignen sie sich hervorragend für den Import. „Rund um die Welt gibt es viele Orte, an denen Windkraft- und Photovoltaikanlagen deutlich effektiver und im größeren Maßstab betrieben werden können als in Deutschland. Und Teile dieses grünen Stroms aus Wind und Sonne könnten wir in Form alternativer Fuels importieren“, erklärt Willig.

Ergänzung zur E-Mobilität

In Schifffahrt und Luftfahrt gibt es zu solchen Green Fuels kaum Alternativen. Doch je breiter die Einsatzmöglichkeiten, desto rascher lassen sich substanzielle Mengen anbieten. Beim Aufbau eines entsprechenden Marktes spielt daher der Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Dort könnten „Green Fuels“, ergänzend zur E-Mobilität, für mehr Klimaschutz sorgen. Denn im Jahr 2030 würden hierzulande noch immer mehr als 35 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor fahren.

Heizungen von Öl auf „Green Fuels“ umstellen

„Hierzulande gibt es rund 5,5 Millionen Gebäude mit Ölheizungen. Drei Millionen dieser Häuser stehen abseits der Wärme- und Gasnetze, und für einen Umstieg auf andere Systeme liegen die technischen und finanziellen Hürden oftmals hoch“, berichtet Willig. Doch auch Häuser mit einer Ölheizung können schrittweise die Klimaziele erreichen. Ermöglicht wird das zunächst durch Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle und durch Heizungsmodernisierungen mit Brennwerttechnik. Ein weiterer Schritt sei die direkte Einbindung erneuerbarer Energien in Form von Hybridheizungen, zum Beispiel durch eine Solaranlage auf dem Dach. So lasse sich der Brennstoffbedarf bereits deutlich reduzieren. Für die Restmengen könnten dann alternative Brennstoffe genutzt werden.

Pilotinitiative gestartet

Dass dies praktisch umsetzbar ist, zeigen bereits zahlreiche Modellprojekte. Und auch auf der Weltleitmesse für Heizungstechnik, der ISH, waren in diesem Frühling alternative Brennstoffe ein wichtiges Thema. Erste Heizungshersteller werben bereits mit Geräten, die „Green Fuels-ready“ sind. Wer selbst Erfahrungen sammeln möchte, kann sich jetzt für die Teilnahme an einer Pilotinitiative bewerben, die das IWO gemeinsam mit Partnern ins Leben gerufen hat. Mit „future:fuels@work“ gibt es als erste Tankfüllung (max. 2.000 Liter) nach der Heizungsmodernisierung eine Mischung aus einer nahezu CO2-neutralen Brennstoff-Komponente (Anteil: 33 Prozent) und Premium-Heizöl (Anteil: 67 Prozent) zum Vorzugspreis. Weitere Informationen auf www.zukunftsheizen.de/ffw.

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Die Linksfraktion hat die Schadstoffbelastung durch Holzheizungen kritisiert. Nach Regierungsangaben ist die Feinstaubbelastung nicht gestiegen.


Diskussionen zum Artikel

von Heinrich Albo

Auch in anderen Teilen der Welt...

muß in Kreisläufen gedacht/gehandelt werden....wie kommt der Grundstoff für die eFuels wieder als Humus zurück in den Boden? Woraus bestehen diese Treibstoffe eigentlich?

von Jens Geveke

E-Fuels bestehen eigentlich "aus Strom". Wasser wird gespalten, man erhält Wasserstoff. Dazu holt man aus Abbauprozessen (Biogas oder Holzverbrennung) CO2 und verbindet das C daraus mit dem Wasserstoff H. Das einfachste Molekül ist CH4, Methan. Dieses kann schon im Verkehr und für die ... mehr anzeigen

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