Biomethan

Bio-LNG aus Abfall-Biogas für bis zu 50.000 Lkw

Die Alternoil GmbH und Scandinavian Biogas AG schließen einen langfristigen Liefervertrag für abfallstämmiges Bio-LNG in Höhe von rund 250 Millionen Euro ab.

Bis zum Jahr 2030 will der Tankstellenbetreiber Alternoil mit seinen Partnern die Produktionsmenge des Kraftstoffs „Reefuel“ durch die Erschließung von weiteren „waste to energy“-Projekten von aktuell 1 Terawatt auf mehr als 10 Terawatt ausbauen und damit den klimaneutralen Betrieb von bis zu 50.000 schweren LKW – mit einer jährlichen Fahrleistung von 100.000 km – sicherstellen. Hierzu hat das Unternehmen mit der Scandinavian Biogas AG einen langfristigen Liefervertrag für abfallstämmiges Bio-LNG in Höhe von rund 250 Mio. € abgeschlossen.

Die Menge beträgt 25 % des Bio-LNG Produktionsvolumens von Scandinavian Biogas im Jahr 2025. Scandinavian Biogas, mit Hauptsitz in Stockholm, ist ein führender Biogas-Hersteller für Kraftstoffe und Düngemittel. Das von Scandinavian Biogas hergestellte Biogas wird aus Abwässern und aus organischen Abfällen aus Haushalt, Landwirtschaft und Industrie gewonnen. Das Unternehmen betreibt Anlagen sowohl in Schweden als auch in Norwegen und Korea.

Mit der Nutzung von Abfallgasen und Reststoffen und die flächendeckende Versorgung mit Bio-LNG können Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck laut Alternoil erheblich verringern und ihre, auf Basis der gesetzlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsberichterstattung, erstellten Klimabilanzen signifikant verbessern.

Alternative zum Elektroantrieb

Aktuell sei Bio-LNG die einzige am Markt verfügbare Möglichkeit, den Schwerlastverkehr ab 16 t auf langen Strecken emissionsfrei und klimaneutral zu betreiben. „Um das ambitionierte CO2-Ziel von 55 % Einsparungen gegenüber 1990 bis zum Jahr 2030 im Transportsektor zu erreichen, bedarf es einer zeitnahen Nutzung aller vorhandenen Antriebsalternativen entsprechend ihrer optimalen und effektiven Einsatzgebiete. Elektro- und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge dagegen eignen sich ideal für den Einsatz im ÖPNV, bei kommunalen Anwendungen, im Verteilerverkehr oder dem Transport von Waren auf kurzen und mittleren Entfernungen“, empfiehlt Jürgen Muhle, Vorstandsvorsitzender der auf nachhaltige Energie und Logistik spezialisierten avanca Gruppe. Damit wäre der Schwerlastverkehr im wahrsten Sinne des Wortes fit for 55. Hierfür seien jedoch verlässliche gesetzliche und politische Rahmenbedingungen, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene nötig.


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