Ratgeber

Biogas: Diese Urteile sollten Sie kennen!

Wenn Biogaserzeuger Wärme oder Gärreste verkaufen, wird Umsatzsteuer fällig. Die Finanzämter legen dabei oft überhöhte Werte fest, wie aktuelle Urteile zeigen.

Unser Autor: Steuerberater Michael Stein von der BSB-GmbH – Landw. Buchstelle, Münster.

Biogasanlagen gibt es seit Jahrzehnten. Die Technik ist erprobt und leistungsfähig. Für Streit und Verwirrung sorgt aber immer noch die Frage: Wenn Sie Substrate von Kollegen kaufen und die Gärreste an Ihre Lieferanten zurückgeben, handelt es sich dabei um eine herkömmliche Lieferung, eine Entsorgungsleistung oder Gehaltslieferung? Was nach Wortklauberei klingt, hat weitreichende Folgen.

Denn die meisten Biogasanlagen werden als eigenes Unternehmen betrieben, für die nicht die Pauschalierung in Anspruch genommen werden kann. Stattdessen greift in diesem Fall die Regelbesteuerung. Für Sie als Biogaserzeuger hat das erst einmal keine Konsequenzen. Wenn Sie Substrate wie Gülle oder Mais kaufen, zahlen Sie zwar Mehrwertsteuer, die können Sie sich aber als Vorsteuer erstatten lassen.

Lieferanten Zahlen drauf

Für Ihre Lieferanten sieht die Sache schon anders aus, da diese in der Regel die Mehrwertsteuer pauschalieren. Je nachdem, wie das Finanzamt Ihre Geschäftsbeziehung einstuft, kann es teuer werden:

Lieferung bzw. Verkauf: Zahlt Ihr Substratlieferant für die Rücknahme der Gärreste, werden 7% Umsatzsteuer fällig. Diese kann Ihr pauschalierender Kollege nicht als Vorsteuer abziehen. Die Gärreste verteuern sich so für ihn.

Entsorgung: Zahlen Sie als Biogaserzeuger sogar eine Entsorgungsgebühr an Ihren Substratlieferanten, damit dieser die Gärreste wieder zurücknimmt, verlangen die Finanzämter 19% Steuern. Das ist zum Beispiel oft in Regionen mit einem Nährstoffüberhang der Fall. Ihr Substratlieferant darf die Umsatzsteuer in diesem Fall auch nicht behalten, sondern muss diese an sein Finanzamt abführen. Denn eine Entsorgungsleistung darf er nicht pauschalieren.

Gehaltslieferung: Wenn Ihr Substratlieferant nicht die Gülle oder den Mais liefert, sondern lediglich das darin enthaltene Biogas, sprechen Steuerexperten von einer Gehaltslieferung. Das Substrat bleibt somit in seinem Eigentum. Verkauft wird lediglich das Biogas, das sich aus dem Substrat erzeugen lässt. Hierfür darf Ihr Lieferant den pauschalen Mehrwertsteuerbetrag von 10,7% in Anspruch nehmen.

Die Frage, die sich daraus ergibt: Ist die Gehaltslieferung immer die günstigste Methode? Um das...


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