Flexible Stromerzeugung

Biogasanlagen: Batterien im Strommarkt

Eine Analyse zeigt: Die Stromeinspeisung von flexiblen Biogasanlagen folgt zuverlässig der Residuallast und den Strompreisen. Allerdings ist die Zahl der echten Flexanlagen gering.

Zukunftsweisend flexibilisierte Biogasanlagen können Strom sehr genau passend zu den Strompreisen und der Residuallast einspeisen. Bei hoher Netzbelastung ruhen die Biogas-BHKW und machen das Netz frei für Wind- und Solarstrom. Biogas-Rohstoffe und die Biogas-Speicher werden so zu „Batterien“ für die Stromversorgung in Engpasszeiten. Dies zeigt eine Analyse der Agrarservice Lass GmbH mit Hilfe des Flexperten-Netzwerkes im Auftrag der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Strompreis ist geeignete Kenngröße

Mit dem Projekt „Visualisierung der Netz-/Systemdienlichkeit flexibilisierter Biogasanlagen – VisuFlex“ zeigen die Projektbearbeiter, dass die Strompreise sehr genau der Residuallast folgen und somit eine geeignete Steuerungsgröße darstellen. Unter Einbindung von Direktvermarktern wurden anhand definierter Kriterien zukunftsweisend flexibilisierte Anlagen identifiziert und deren aufsummierte Stromeinspeisung den Strompreisen sowie der Residuallast gegenübergestellt. Die Auswertung erfolgte rückwirkend für den Zeitraum 01.01.2019 – 30.06.2020. Das Ergebnis zeigt, dass die ausgewählten Biogasanlagen sehr zuverlässig zu Zeiten von Last- und Preisspitzen einspeisen und somit optimal markt- und systemdienlich betrieben werden.

Nur 150 Flex-Anlagen

Die Anzahl der zukunftsweisend flexibilisierten Anlagen ist noch sehr gering und wird auf ca. 150 Anlagen geschätzt. Daher bleiben die Effekte der Flexibilisierung bislang unsichtbar und der Wert real existierender Biogas-Speicherkraftwerke wird für den Strommarkt nicht wahrgenommen. „Die Bedeutung von Stromlieferanten, die in der Lage sind, auf Strompreisschwankungen flexibel zu reagieren, wird insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden fluktuierenden Einspeisung aus Photovoltaik und Windkraft in den nächsten Jahren weiter zunehmen“, sagt Martin Lass, Geschäftsführer der Agrarservice Lass GmbH. „Dann werden flexible Speicherkraftwerke gebraucht, was sich auch in den zu erzielenden Strompreisen widerspiegeln wird.“

Um die Effekte der Flexibilisierung für die Öffentlichkeit, die Politik, aber auch als Vorbild für andere Biogasanlagenbetreiber deutlich sichtbar zu machen, wird in einer geplanten zweiten Projektphase die Visualisierung der Stromeinspeisung zukunftsweisend flexibilisierter Biogasanlagen auf einer separaten Plattform in Echtzeit angestrebt. Daraus ließe sich über die Zeit auch der Zuwachs fahrplanoptimierter Biogasanlagen ableiten.

Weitere Informationen unter: biogas.fnr.de

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