UFOP/Green Deal

Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse gehören in „Green Deal“

Die UFOP fordert eine sachgerechte und nachhaltig ausgerichtete Biokraftstoffstrategie. Die „Tank oder Teller“-Diskussion führt in die Sackgasse.

Nachhaltige Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse müssen laut der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) Teil einer Gesamtstrategie zur Dekarbonisierung der Landwirtschaft und des Verkehrssektors sein. Das betont der Vorsitzende Wolfgang Vogel in einem Schreiben an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes.

Er verweist auf den UFOP-Bericht zur globalen Marktversorgung 2019/2020. Das Papier entstand ursprünglich, um der immer wieder aufkommenden – meist emotional geführten –Diskussion um „Tank oder Teller“ Daten und Fakten entgegen zu setzen.

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Die im Bericht wiedergegebenen Daten liefern laut Vogel ein eindeutiges Ergebnis: Auch unter Berücksichtigung des Mengenbedarfs für die Biokraftstoffproduktion seien weltweit ausreichende Mengen verfügbar, um dem Hunger zu begegnen. Dem Einsatz von Raps, Getreide, Zuckerrüben etc. als Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion stehe also nichts im Wege, so der UFOP-Vorsitzende. Im Gegenteil: dies sei ein bedeutender Absatzweg und trage erheblich zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Einkommen bei.

Kraftstoffen aus Reststoffen wie z.B. Getreidestroh mit gesonderten Quotenverpflichtungen den Marktzugang zu erzwingen, sei keine Option. Dieser Kohlenstoff gehöre in den Boden für die Humusbildung als Beitrag zur Bodenverbesserung und zum Klimaschutz. Die EU müsse stattdessen die globalen Marktüberschüsse in den Blick nehmen als Ursache für den zunehmenden Preis- und Einkommensdruck.

Verlierer sind die Landwirte in Entwicklungsländern

Einerseits stiegen die Auflagen für Düngung und Pflanzenschutz; andererseits solle sich der europäische Ackerbau dem Wettbewerb mit Großbetrieben in Nord- und Südamerika stellen. Verlierer dieser „Marktpolitik“ seien auch die Landwirte in den Entwicklungsländern, denn auch diese benötigten angemessene Erzeugerpreise, betonte Vogel.

Die Regierungen in Indonesien, Argentinien, Brasilien und in den USA stützten ihre Erzeuger mit höheren Beimischungsquoten für Biokraftstoffe. Zudem drängten diese Länder auf den EU-Markt. Die indonesische Regierung habe angekündigt, das in der EU ab Anfang 2024 beginnende Auslaufen der Anrechnung von Biokraftstoffen aus Palmöl noch zu verhindern. Die Europäische Kommission könne in den kommenden Monaten unter Beweis stellen, wie wichtig ihr die nachhaltige Produktion landwirtschaftlicher Rohstoffe in Europa sei.

UFOP schlägt Revision der RED II vor

Die UFOP fordert daher eine sachgerechte und nachhaltig ausgerichtete Biokraftstoffstrategie. Die „Tank oder Teller“-Diskussion führe in die Sackgasse, denn diese müsse dann konsequent bei allen Anwendungsoptionen von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen geführt werden. Dann wären nicht nur Biokraftstoffe, sondern ein Großteil der Bioökonomiestrategie „tot“.

Die UFOP sieht einen Lösungsansatz mit der von der EU-Kommission angekündigten vorzeitigen Revision der RED II. So müssten die Systemgrenzen für die Treibhausgasbilanzierung überdacht und auch bei der stofflichen Nutzung angewendet werden. Vogel führt das Beispiel Rapsschrot an. Dieses gentechnikfreie Proteinfuttermittel müsse bei der Treibhausgas-Bilanzierung mit seinen Substitutionseffekten angerechnet werden. Denn der Anbau von Raps zur Verwendung in Biokraftstoffen verringere mit der Lieferung des Koppelprodukts Eiweißfutter den entsprechenden Importbedarf von Soja den Flächenbedarf in anderen Regionen. Die EU-Anbaufläche sei ohnehin durch Fruchtfolgerestriktionen und ordnungsrechtliche Umweltmaßnahmen beschränkt.


von Klaus Fiederling

Die verfahrene Situation auf sehr vielen deutschen Bauernhöfen...

...nervt und langweilt viele Kollegen. Nun, hochverehrter Herr Bothe, wenn Sie das so sagen, wird's wohl stimmen. Ursachenforschung ist unangemessen nervtötend, ja, Sie haben wohl recht. - Vielleicht noch die letzte geistige Herausforderung an Sie: Warum gehen also die Bauern auf die ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

@Fiederling

Möchte nicht im Einzelnen auf Ihre heutigen Kommentare eingehen, weil es vielleicht andere langweilt und Sie einiges durcheinander würfeln, denke ich.Zu Kaeser nur soviel, er hat richtig entschieden in AUS die Signalanlagen vertragsmäßig zu bauen.Frage mich sowieso, was das mit CO2 zu ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Amüsement...

Die großen Tankstellenbetreiber waren letzte Woche im Kanzleramt bei Frau Dr. Merkel bei einem „Kaffeepläuschchen“ zu einem alibihaften Meinungsaustausch versammelt. Anlässlich selbigen Round Table kam die strikte Verweigerungshaltung mehr als deutlich zum Ausdruck, dass deren ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Realitätsverweigerer...

Wer sich jedenfalls wie Sie positioniert, plädiert für den Flaschenhals, mithin für eine Auslagerung der Wertschöpfung, weg von unseren landwirtschaftlichen Betrieben! Genau eben Stellungnahmen wie die Ihrige, hochverehrter Herr Bothe, stellen damit ein gigantisches Problem für uns ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Biokraftstoffe

@Fiederling,wer ist Greta?Muss man die kennen? Eine gute Stellungnahme von Ufop. Biokraftstoffe im Mix mit fossilen Kraftstoffen sind die Zukunft für den Verbrenner jeglicher Art. Wie erwähnt, waren wir schon mal weiter.B20,E20 sind in anderen Ländern schon Thema.

von Klaus Fiederling

Greta hilf!?

Die UFOP ist eine unserer berufsständischen Vertretung beigeordnete Institution, was in obiger Stellungnahme sehr klar und deutlich zum Ausdruck kommt. Eine Wertschöpfung aus dem Biokraftstoffbereich soll also in ihrem Status quo mehr oder weniger unangetastet erhalten bleiben, an den ... mehr anzeigen

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