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Biokraftstoffindustrie: DUH-Studie weist schwere Mängel auf

Die Umwelthilfe will auf Basis einer Studie Biokraftstoffe verbannen. Viele Angaben in der Studie seien fachlich falsch, kritisiert der VDB. Auch die UFOP fordert mehr Realitätssinn in der Debatte.

Die kürzlich im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erstellte Studie „CO₂-Opportunitätskosten von Biokraftstoffen in Deutschland" des ifeu-Instituts weist einer Analyse des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) zufolge gravierende fachliche Mängel auf. Trotzdem fordert die Umweltorganisation auf Grundlage der Studie ein Ende der Förderung von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse. „Die DUH-Argumentation strotzt vor inhaltlichen Fehlern, peinlichen Auslassungen und Realitätsferne. Nicht einmal die Autoren des ifeu-Instituts selbst erstellen aus ihren Überlegungen Handlungsempfehlungen. Das hält aber die DUH nicht davon ab, aus der Studie das Ende für Biokraftstoffe abzuleiten“, sagt Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB. Dabei mindern Biodiesel, Bioethanol und Biomethan laut VDB als einzige funktionierende Klimaschutzmaßnahme im Straßenverkehr in großen Maßstab Treibhausgasemissionen, allein 2020 in einem Umfang von 13,2 Mio. t CO₂.

VDB: Annahme zu Senken falsch

Der VDB kritisiert insbesondere die Grundannahme der ifeu-Autoren, dass nach einer Renaturierung oder Aufforstung die betroffene Fläche über 30 Jahre Treibhausgase speichern könne. Dies ist nach Aussagen verschiedener Studien sehr zweifelhaft, weil natürliche Senken wegen möglicher Waldbrände, Hitzeperioden, illegalem Holzeinschlag und anderer Naturkatastrophen die gespeicherten Treibhausgase wieder abgeben könnten. Aus diesem Grund empfiehlt die Nichtregierungsorganisation Deutscher Naturschutzring (DNR), die Klimaleistung von Wäldern und Mooren nicht auf die deutschen und europäischen Klimaziele 2030 anzurechnen. „Die DUH will sich beim Klimaschutz auf unsichere Entwicklungen von 30 Jahren verlassen, statt Biokraftstoffe zu nutzen, die heute und jetzt konkret Treibhausgasemissionen einsparen. Damit würde das Vertrauen in Investitionen in wirksame Klimaschutzmaßnahmen stark beschädigt, die DUH erweist dem Klima mit ihrer Studie und ihren Forderungen also einen Bärendienst“, sagte Baumann.

Solar und Raps nicht vergleichbar

Irreführend sei zudem der Vergleich zwischen Photovoltaik-Flächen für die Stromerzeugung und Flächen zum Rapsanbau für Biodiesel. „Gegen mehr Photovoltaik spricht nichts, aber die ifeu- und DUH-Darstellung vergleicht in diesem Punkt Äpfel mit Birnen. Denn Biokraftstoffe sind Energieträger, während die Photovoltaik der Stromerzeugung dient. Nachts und wochenlang im Winter liefert Solar jedoch kaum Strom, während die in Biokraftstoffen gespeicherte Energie jederzeit abrufbar...

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