Freiflächenanlagen

bne setzt neue Standards für gute Solarparks

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft hat Standards weiterentwickelt, damit Kommunen und Menschen vor Ort, die Artenvielfalt und die Landwirtschaft von Solarparks profitieren.

„Um unsere Energieziele zu erreichen, brauchen wir einen schnellen Zubau von Solarparks im Gigawattbereich. Der nötige Zubau muss auf allen Ebenen konkrete Mehrwerte schaffen und braucht breite Akzeptanz“, betont Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne). Deshalb hat der bne die Standards weiterentwickelt, die über eine Branchen-Selbstverpflichtung sicherstellen sollen, dass Kommunen und Menschen vor Ort, die Artenvielfalt und die Landwirtschaft profitieren, wenn ein Solarpark entsteht. Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichten sich vertraglich auf definierte Standards, deren Einhaltung auch überprüft werden kann.

Bislang 40 Unternehmen angeschlossen

Im Herbst 2020 hatte der bne die Selbstverpflichtung “Gute Planung von PV-Freilandanlagen" ins Leben gerufen, der sich seitdem über 40 Unternehmen angeschlossen haben. Die Standards gehen über das hinaus, was gesetzlich vorgeschrieben ist, etwa bei der Gestaltung der Abstände zwischen den Modulreihen und der Flächennutzung in den Solarparks. Durch bewusste Maßnahmen kann die Artenvielfalt deutlich erhöht werden. Auch die finanzielle Beteiligung der Standortkommunen gehört zur Guten Planung dazu.

„Angesichts der Energiekrise und steigender Energiepreise sehen wir, dass viele Kommunen und Landwirte die Chancen von Solarparks erkennen. Aus der Frage, wo ein Park gebaut werden soll, wird immer öfter die Frage, wie ein Solarpark bestmöglich geplant und umgesetzt wird. Die Branche setzt sich dafür ein, dass Best Practice zum neuen Standard wird. Mehr noch: Die Unternehmen verpflichten sich auf dieses Prinzip“, sagt Busch.

Wichtig für Landwirte

Gerade für viele Landwirte werden Solarparks zu einer wichtigen und langfristig planbaren Einkommensquelle in Zeiten von Dürre und Klimawandel. Die Überarbeitung legt daher einen deutlicheren Schwerpunkt auf die Landwirtschaft als bisher. Bereits heute werden Solarparks hauptsächlich auf landwirtschaftlichen Flächen geplant, aber kaum im landwirtschaftlichen Kontext eingeordnet. Gute Planung will Vertrauen schaffen, Knoten im Spannungsfeld von Energie- und Landwirtschaft auflösen und Chancendiskussionen führen, z.B. zur Biodiversitäts-PV als extensive Form der Agri-Photovoltaik.

„Mit der Überarbeitung unserer Selbstverpflichtung sind wir startklar für einen schnellen und zugleich verantwortungsvollen PV-Ausbau in der Fläche. Wir machen gute Planung sichtbar und ermutigen damit alle, den Ausbau vor Ort selbst in die Hand zu nehmen. Die Bundesländer und Kommunen sind jetzt aufgerufen, Planungen und Genehmigungen voranzubringen und den Ausbau von Solarparks offensiv anzugehen“, erklärt Busch, denn sie bestimmen maßgeblich über die Ausbaugeschwindigkeit.

Unterschrift bis Ende September

Der bne hat bereits seit April verschiedene Marktteilnehmer und die Branche in die Überarbeitung der Selbstverpflichtung eingebunden. Unternehmen können die nun überarbeitete „Gute Planung“ bis Ende September unterzeichnen. Im Rahmen eines “sign:in” wurde die Selbstverpflichtung am 13. September der Öffentlichkeit vorgestellt und an Staatssekretär Patrick Graichen (Bundesministerium für Klimaschutz und Wirtschaft) übergeben. Für die Erarbeitung eines Lizenzvertrags wurde die Kanzlei Raue beauftragt. Weitere Informationen und sämtliche Dokumente finden Sie unter www.gute-solarparks.de


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