Streit um Wasserstoff als Kraftstoff

Brennstoffzellenautos: Verschwendung oder Chance?

Nach der Einigung auf eine Nationalen Wasserstoffstrategie ist unter Umwelt-, Energie- und Kraftstoffverbänden ein Streit um die effiziente Verwendung des Energieträgers entbrannt.

Die Bundesregierung will künftig mehr Wasserstoff im Verkehr einsetzen. Das zeigt die Nationale Wasserstoffstrategie, die das Kabinett diese Woche verabschiedet hat. Danach soll der Energieträger als Rohstoff für die Industrie dienen, die daraus synthetische Kraftstoffe (Powerfuels oder E-Fuels genannt) für den See- und Flugverkehr herstellt. Er kann aber auch eine Alternative im Straßenverkehr sein, wie es in dem Papier heißt. Die Bundesregierung hält die Einführung von Brennstoffzellenfahrzeugen in verschiedenen Bereichen immer dann für sinnvoll, wo batterieelektrische Antriebe an ihre Grenzen stoßen: Im Öffentlichen Personennahverkehr (Busse, Züge), in Teilen des Straßenschwerlastverkehrs (LKW), bei Nutzfahrzeugen (z.B. für den Einsatz auf Baustellen oder in der Land- und Forstwirtschaft) oder in der Logistik (Lieferverkehr und andere Nutzfahrzeuge wie Gabelstapler). Auch in bestimmten Bereichen bei PKW könne der Einsatz von Wasserstoff eine Alternative sein. Ob das sinnvoll ist oder nicht, hat in der Branche erhebliche Diskussionen ausgelöst.

Powerfuels international gehandelt

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), begrüßt die Pläne zu „Powerfuels“, sieht darin aber ganz klar nicht nur einen Fokus im Verkehr: „Als eine der weltweit ersten geht die Nationale Wasserstoffstrategie deutlich über die Endanwendung Wasserstoff hinaus und bezieht die gesamte Bandbreite der strombasierten gasförmigen und flüssigen Energieträger und Grundstoffe ein. Das berücksichtigt die Chancen von beispielsweise synthetischem Methan, Kerosin, Methanol und Ammoniak.“ Laut Kuhlmann werden Powerfuels im weltweiten Handel eine wichtige Rolle spielen. Vor dem Hintergrund, dass Deutschland den Übergang zu klimaneutral erzeugten Energieträgern und Rohstoffen nicht allein bewältigen könne, seien gute Modelle der internationalen Zusammenarbeit besonders wichtig.

Wasserstoff könne zur nachhaltigen Minderung von CO₂-Emissionen überall dort beitragen, wo gas-basierte Energie die beste Option sei, erklärt Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Das seien industrielle Prozesse, die Schwerlast-Mobilität und der Wärmesektor. „Denn die hier benötigten Mengen und Spitzenleistungen werden durch das deutsche Verteilnetz effizient vor Ort bereitgestellt“, sagt er.

Heute schon wettbewerbsfähig

Für Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender...

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