Windenergie

Bündnis fordert: Echte Bürgerenergie statt „Windbürgergeld“

Der Königsweg für mehr Akzeptanz wären mehr neue Bürgerwindparks, meint das Bündnis Bürgerenergie.

Das Bündnis Bürgerenergie begrüßt den Vorstoß des SPD-Parteivorstandes Matthias Miersch zur Wiederbelebung der Windenergie über finanzielle Anreize für Kommunen und Anwohner. Der eigentliche Königsweg zur Teilhabe der Bürger an der Windkraft seien aber viele neue Bürgerwindparks. Ein „Windbürgergeld“ könne deshalb nur ein erster Schritt zur Schadensbegrenzung der Windkraft-Krise in Deutschland sein. „Bürgerwindparks, die von lokalen Initiativen und Genossenschaften geplant, finanziert und betrieben werden, waren von Anfang an das Herz der Energiewende. Mit der Einführung einer 18-MW-Regel, bei der Windparks unterhalb dieser Schwelle ohne Wettbewerb in Ausschreibungen gefördert werden, könnte die Politik intelligent und kosteneffizient eine große Dynamik bei Windkraftausbau entfesseln“, so René Mono, Vorstand beim bundesweiten Bündnis Bürgerenergie e.V.

Passive Beteiligung wenig wirksam

Die größten Vorteile für die lokale Akzeptanz von Windenergie bietet die unmittelbare Teilhabe der Bürger. Diese würden zahlreiche Studien belegen, so das Bündnis. Eine passive Beteiligung erweise sich in der Forschung hingegen als weniger wirksam. Bis zur Einführung von Ausschreibungen zur Förderung von Windparks im EEG 2017 sei die Bürgerenergie ein starker Faktor und Garant der Akzeptanz in der Windenergie in Deutschland gewesen. Die Ausschreibungen hätten unfaire Wettbewerbsbedingungen für Bürgerwindparks geschaffen. Doch es biete sich eine einfache Möglichkeit zum Umsteuern: Die EU-Wettbewerbshüter erlauben für Windparks bis zur Größe von 18 MW die herkömmliche Förderung mit Marktprämie. Ausschreibungen seien nur für größere Windparks zwingend. „Die 18-MW-Ausnahme muss von der Koalition umgehend umgesetzt werden“, fordert Mono.

Regierung soll auch Nachbarschaftsversorgung möglich machen

Darüber hinaus seien weitere umfangreiche energiepolitische Maßnahmen nötig, um der Energiewende in Deutschland bürgerorientiert wieder auf die Beine zu helfen. Die ambitionierte Umsetzung des Europäischen „Clean Energy Package“ in deutsches Recht müsse Bürgerwindparks und damit der Teilhabe an der Windkraft vor Ort einen riesigen Schub verleihen. Konkret müssten u.a. Energy Sharing in Energiegemeinschaften sowie ein sogenannter Grüner Nachbarschaftsstrom mit reduzierten Netzentgelten eingeführt werden. Das Clean Energy Package stärke zudem massiv die lokale Solarenergie. Mit einer Stärkung der Eigenversorgung unter Einbeziehung des Mieterstroms und einfachen Regeln für Gebäude- und Quartierskonzepte müsse eine neue Solaroffensive gestartet werden. „Wir brauchen eine starke Bürgerenergie in der Windkraft und Photovoltaik auf jedem geeigneten Dach. Die Bürger brauchen angesichts der Klimakrise echte demokratische Teilhabe an der Energieversorgung. Nur so ist der für den Klimaschutz unabdingbare rasante Ausbau der Erneuerbaren gesellschaftlich möglich“, ist Mono überzeugt.

Die Redaktion empfiehlt

Mit harscher Kritik reagiert die Bayernpartei auf das von der SPD vorgeschlagene Windbürgergeld. Und die empfohlene Einschränkung der Klagemöglichkeiten erinnere an eine Diktatur.

Damit die Bürger Windräder akzeptieren und die aktuelle Blockadehaltung beenden, sollten sie an neuen Anlagen mitverdienen. Das hat Manuela Schwesig (SPD) vorgeschlagen.

Mit einem Gesetzentwurf will der Bundesrat die Sonderregelungen für Bürgerenergiegesellschaften bei Ausschreibungen im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 aussetzen und das Fördervolumen...

Offensichtlich haben sich professionelle Firmen als Bürgerwindparks getarnt und in der ersten Ausschreibungsrunde zahlreiche Zuschläge erhalten. Sollte der Vorwurf stimmen, dürfte die Diskussion...


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Peter Held

Vernünftiger Vorschlag!

Die Bürgerwindparks wurden schon vor einigen Jahren a) durch die Abstandsregel, - die beträgt in SH schon seit 4 Jahren 1000 m - b) durch die Deckelungen und c) durch die Ausweitung der vorab erforderlichen teuren BImsch-) Gutachten ausgebremst. Das können dann schon mal größere Beträge an Risikokapital sein, die weder die Bürger vor Ort noch die Grundeigentümer aufzubringen Willens und in der Lage sind. Zugegebener Maßen hat es Missbrauch bei der Gestaltung von Bürgerwindparkgesellschaften gegeben (Strohpersonen!), aber das hätte man auch anders in Griff bekommen können. Seeadler, Rotmilan und Uhu waren immer schon KO-Kriterien für Windparkgebiete, das musste doch schon im allerersten Gutachten (Flora-Fauna-Habitat Gutachten) nachgewiesen werden. In vielen echten Bürgerwindparkgesellschaften in SH war es seit längerem üblich die Bürger mit-zeichnen zu lassen und Bürgerwindgeld auch für Nichtanleger sind vielfach üblich und haben die Akzeptanz deutlich gesteigert. Ein vernünftiger Vorschlag der SPD, den die Partei allerdings nicht erfunden hat (fremde Federn!). Die Mehrheitsgesellschaft - die auch die politischen Entscheider durch Wahlen in einer repräsentativen Demokratie legitimiert hat - sollte sich nicht länger auf der Nase von diversen Minderheit herum tanzen lassen! In der Regel haben diese Gruppen keine Antworten auf die zukünftige Energieversorgung, auf die Arbeitsplatzverluste im Windkraftanlagenbau und erst recht nicht auf die Klimaerwärmung.

von Guido Müller

Wer soll das bezahlen...

Das ist der Gipfel – und es wird teuer! XXXX Ein Kommentar von Ursula Weidenfeld 16.01.2020, 14:39 Uhr xxxxxxxxxxxx "....Nun betteln alle um Unterstützung Die Reihe der Bedürftigen ist lang und wird immer länger. Zuerst standen nur ein paar Energiefirmen vor dem Bundeskanzleramt und hielten die Hand auf, um für den Atomausstieg entschädigt zu werden. Später klopften hunderte Erneuerbare-Energien-Manager wegen Windhilfe an. Die Landwirte sprachen im Dezember wegen der Ackerwende vor, die Ministerpräsidenten und Unternehmenschefs aus Braunkohleregionen betteln regelmäßig um Unterstützung. Es fehlen noch: die Immobilienwirtschaft, die Waldbesitzer, das Speditionsgewerbe...." XXXXXXXXXXXXX Es wird teuer, - sehr teuer!! Letztlich zahlen das die Kids, die sich selbst die Zukunft versaut haben. Statt sich dem Klima(wandel) anzupassen, wird ohne abgeschlossene Schulbildung demonstriert. Unfähige Politiker wollen auf diesem Schund oben mitschwimmen!!

von Erwin Schmidbauer

Test

Test

von Erwin Schmidbauer

Wie bindet man die Bevölkerung ein, die kein Geld haben bzw. andersweitig ausgeben (wer neu ein Haus gebaut hat, wird kaum in Bürgerwindparks investieren etc.)? Hier bedarf es trotzdem Lösungen.

von Christian Bothe

Windmühlen...

Überflüssige Diskussion! Ich hoffe die Bürgerinitiativen gegen die Windenergie weiten sich noch aus!Umweltschädlich,landschaftszerstörend,gesundheitsschädlich,entsorgungsfeindlich etc. Wir haben genug Alternativen konventioneller und erneuerbarer Energieproduktion mit einer garantierten kontinuierlichen Stromversorgung!

von Josef Doll

Zum Beispiel

Speicherbatterien für Haushalte für die Häuser die im Umkreis von 2 Km von großen Windkraftanlagen stehen. Und Strombezug für 20 Cent netto. Erstens kann hier vor Ort bereits nicht sofort benötigter Strom in den Batterien ( also abgeregelter Strom ) eingelagert werden . Und zweitens wäre hier auch ein Vorteil für die Bürger umsonst drin .Denn So bezahlt sich der Strom selbst ohne das die Allgemeinheit durch Durchleitungsgeld belastet wird. Desweitern sollte für Selbstverbrauchten die Durchleitungsstrafsteuer auch für größere Verbraucher die nur mit Hausspeicher erreicht werden entfallen. Mit ihren meist großen Speicher könnten Sie bei einer Intelligenter Verwaltung mehr für die Allgemeinheit bringen als die Durchleitungssteuer je bringen wird !!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen