Energiewende

Bundesrat drängt auf stärkeren Ausbau der erneuerbare Energien Premium

Konkreten Handlungsbedarf sehen die Bundesländer bei den Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen, dem Deckel bei der Photovoltaik und Perspektiven für Biogasanlagen.

Der Bundesrat fordert umgehend Maßnahmen, um die Erneuerbaren Energien weiter auszubauen. Ansonsten könnten die klimapolitischen Ziele nicht erreicht werden, heißt es in einer Entschließung, die die Länderkammer am 8. November 2019 gefasst hat.

Forderung für Wind-, Solar- und Biogasanlagen

In dem Antrag des Landes Schleswig-Holstein fordert der Bundesrat die Bundesregierung dazu auf, erneuerbare Energien zurück auf den Wachstumspfad zu führen und Ausbaubremsen zu lösen. Zentraler Aspekt ist die Forderung, dass 65 Prozent des Stromverbrauchs im Jahr 2030 aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Von der Großen Koalition werde weiterhin erwartet,

  • dass die Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen beschleunigt und erleichtert werden,
  • dass der Windkraftausbau auch südlich der Mainlinie gemäß den Annahmen des Netzentwicklungsplans sichergestellt wird,
  • dass die Bundesregierung das Netzausbaugebiet abschafft,
  • dass der Ausbau der Photovoltaik verstärkt wird, insbesondere der 52-GW-Deckel aufgehoben sowie Eigen- und Mieterstrom vereinfacht wird,
  • dass die Bundesregierung zeitnah das Ausbauziel für Windenergieleistung auf See bis 2030 anhebt,
  • dass sie Perspektiven erarbeitet für den Betrieb bestehender Biogasanlagen und die Rolle der Biogasanlagen im zukünftigen Energiemix definiert.

Klimapaket in der Kritik

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht wertet die Zustimmung zum schleswig-holsteinischen Antrag als großen Erfolg. „Das klare Votum des Bundesrates zeigt, dass die Bundesländer die Energiewende wollen. Ich erwarte, dass die Bundesregierung diesen Weckruf hört und jetzt tätig wird.“ Im Bundesrat äußerte der Energiewendeminister deutliche Kritik an den Plänen der Bundesregierung: „Was im aktuellen Klimapaket unter anderem fehlt, sind konkrete Maßnahmen, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien...

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vor von Hinrich Neumann

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

So oder so

mit oder ohne Windkraft steuern wir auf eine Krise im Bereich der Stromversorgung (Blackout) zu. Wenn unsere Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, könnte in Deutschland für viele das Licht ausgehen. Daran kann und wird ein Ausbau der Windenergie (Lizenz zum Geld drucken!) nichts ändern. Einzig und allein können Gaskraftwerke, durch ihre hohe Variabilität, die Stromschwankungen auffangen. Alle Energieformen, die vom Wetter abhängig- und damit volatil sind, sind nicht geeignet. Eine Ausnahme gibt es: die Solarenergie incl. Speicher im privaten Bereich. Ich kann die Forderungen nach einem totalen Ausbau der Windenergie nicht nachvollziehen, zumal sich in der Bevölkerung erheblicher Widerstand regt. Zusätzlich sind einige Naturschutzverbände wie z. B. der Nabu beteiligt, die die Entwicklung mit ihren Klagen aufhalten werden. Will man den Lobbyisten nachgeben und über die Köpfe und gegen den Willen der Bevölkerung Anlagen installieren?. Auf dem Papier sieht alles rosig aus - in der Realität aber hat diese Technologie in Deutschland keine Zukunft.

von Josef Doll

Wenn der Stromspeicher

auf 300 € je KW sinkt kostet die eigen erzeugte Energie auf 15 cent . 1000 € Solaranlage bei 1000 KW Erzeugung 10 cent. 300 € je Kw Speicher bei 6000 Füllungen = 5 cent . Somit würde das KW wieviel kosten ??? Naja ob es Wirklich für 300 € Speicher gibt ?? Und diese Kosten gelten ohne KFW Fördeung

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