CNG ist Alternative zu fossilem Kraftstoff

Der Verbrennungsmotor ist tot? Mitnichten, sagen CNG-Experten und fordern von der Politik mehr Einsatz für den Gasantrieb.

Während Politiker und Autohersteller heute (02. August 2017) beim Dieselgipfel den Dieselmotor retten wollen, steht mit dem Gas-Antrieb (Compressed Natural Gas, CNG) eine nachhaltige und alltagstaugliche Lösung längst bereit. Das betont der CNG-Club, der sich nach eigenen Angaben für eine „nachhaltige, kostengünstige und klimaschonende Mobilität“ einsetzt. Als CNG-Quellen kommen neben fossilem Erdgas auch Biomethan, synthetisches Methan oder mit erneuerbar produziertem Wasserstoff angereichertes Gas in Frage. „Die Verantwortlichen in Politik und Automobilindustrie verstricken sich immer mehr in Rückzugsgefechten oder lassen sich von realitätsfernen Wunschvorstellungen leiten", kommentiert Miklos Graf Dezasse die aktuelle Diskussion um Fahrverbote und den heutigen "Diesel-Gipfel" in Berlin. Der Präsident des CNG-Clubs fordert, dass Entscheider in Kommunen, in den Ländern und in der Bundespolitik den CNG-Motor als sofort einsetzbare Alternative zu Diesel- und Benzin-Motoren anerkennen. Damit seien kurzfristig deutliche Erfolge bei der Luftreinhaltung, beim Klimaschutz und bei der Verkehrswende möglich - schneller als beim hochgejubelten Einstieg in die Elektromobilität.

„Der Verbrennungsmotor ist nicht das Problem, sondern die Kraftstoffe Benzin und Diesel", ergänzt Birgit Maria Wöber, Vorstand beim CNG-Club. Anders als diese habe der CNG-Antrieb keine Probleme bei Stickoxiden und Feinstaub. "Und nicht zu vergessen: Wir können mit CNG schon heute mit niedrigsten CO2-Emissionen fahren“, sagt Wöber und verweist auf Untersuchungen, wonach Biomethan rund 90 % CO₂-Äquivalente gegenüber fossilen Treibstoffen einspare. „Wer das Aus des Verbrennungsmotors fordert, lässt sich von kurzfristigem Populismus leiten statt sich mit den Fakten auseinander zu setzen", betont Wöber. Und er gefährde völlig unnötig die Arbeitsplätze tausender Mitarbeiter in Deutschland und Europa. Denn ob von den Bändern Fahrzeuge mit Diesel-Motor oder CNG-Motor laufen, spiele für die Arbeit in den Fabriken keine Rolle. "Doch mit dem CNG-Motor würden die Konzerne nicht mehr auf ein Auslaufmodell setzen, sondern die Weichen in Richtung Zukunft stellen", sagt Wöber.

„CNG – an deutschen Tankstellen häufig noch als Erdgas ausgezeichnet – ist ein Hochleistungskraftstoff mit 130 Oktan, der Fahrspaß und Vernunft ideal kombiniert“, ergänzt Claus Sauter, BioEnergie Experte und Gründer sowie Vorstandsvorsitzender (CEO) der Verbio Vereinigte BioEnergie AG. Die Anschaffungskosten für ein Erdgasfahrzeug seien mit denen für ein Dieselfahrzeug vergleichbar, die Kraftstoffkosten im regelmäßigen Betrieb dagegen um etwa 30 Prozent günstiger. Auch Kfz-Steuer und Kfz-Versicherungsbeiträge liegen deutlich unter den Kosten für ein Dieselfahrzeug. Je nach Modell liegt die Reichweite bei bis zu 600 Kilometer.

CNG verbrenne im Motor nicht nur sauberer als Benzin oder Diesel, sondern könne in Form von Biomethan aus Reststoffen, wie Stroh, zu 100 Prozent erneuerbar hergestellt werden. Vier Ballen Stroh reichen laut Sauter aus, um den Jahreskraftstoffbedarf an Biomethan für einen Mittelklasse-PKW mit CNG-Antrieb zu produzieren.

Das reduziere zusätzlich die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent gegenüber Diesel und Benzin. Diese Spitzenwerte erreiche nicht mal ein Elektroauto, welches mit dem aktuellen deutschen Strom-Mix betrieben wird. Derzeit besteht dieser nur zu circa 30 Prozent aus erneuerbaren Quellen.

In Deutschland sichere ein Netz von 900 CNG-Tankstellen eine ausreichende Versorgung. VW will zudem gemeinsam mit Partnern aus Energiewirtschaft und Automobilindustrie bis zum Jahr 2025 die Anzahl der CNG-Tankstellen in Deutschland verdoppeln und eine Million zugelassene CNG-Fahrzeuge in Deutschland auf die Straße bringen. Das ist eine Verzehnfachung zum aktuellen Bestand.
 

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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