Agroforst

DeFAF-Kritik: Zukunftskommission Landwirtschaft ignoriert Agroforst

Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft ist enttäuscht, dass die Zukunftskommission den Kombianbau von Bäumen und Ackerfrüchten nur für Demovorhaben propagiert.

In ihrem Abschlussbericht spricht die Zukunftskommission Landwirtschaft konkrete Empfehlungen für einen Wandel der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit aus. Die Agroforstwirtschaft werde dabei völlig unzureichend erwähnt, kritisiert der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF). Dies sei in Anbetracht ihres großen Potenzials für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft nicht nur bedauerlich, sondern schlicht nicht nachzuvollziehen.

DeFAF fordert mehr als nur Demo-Vorhaben

In dem Bericht werden Agroforstsysteme konkret im Bereich ökologischer Aspekte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und für eine verbesserte Klimaeffizienz empfohlen, allerdings nur in Bezug auf zu fördernde Forschungsprojekte und Demonstrationsvorhaben. Diese sind laut DeFAF wichtig und es sei zu begrüßen, dass Agroforstsysteme diesbezüglich betont wird. Allerdings müssten solche Vorhaben begleitend zu einer jetzt stattfindenden, verstärkten Umsetzung der Agroforstwirtschaft erfolgen. „Nur wenn zahlreiche Agroforstflächen zeitnah entstehen, kann die Landwirtschaft in Zukunft von deren Vorteilen profitieren“, teilt der Verband mit.

Eine Forderung nach mehr Agroforstwirtschaft wäre auch mit Blick auf die ebenfalls im Bericht enthaltene gemeinsame Vision zur Zukunft der Landwirtschaft nur konsequent. So würden an dieser Stelle Agroforstsysteme als anzustrebende Strukturen in der Landwirtschaft beschrieben. Doch wenn die Agroforstwirtschaft nicht ausdrücklich als zukunftsweisende Maßnahme angemahnt wird, bleibe es bei einer Vision.

Maßnahme für Humusaufbau und Nährstoffkreislauf

Mehrfach sei bereits nachgewiesen worden, dass Agroforstsysteme für Themen wie Humusaufbau, Bodenschutz, die Verbesserung von Wasserqualität und Rückhalt, Nährstoffkreisläufe und für Biodiversität ein großes Potenzial böten. Genau diese Themen würden im Abschlussbericht hervorgehoben, jedoch ohne die Agroforstwirtschaft mit ihnen in Verbindung zu bringen. Auch für die Schaffung von Lebensräumen, Strukturen in der Agrarlandschaft und die Förderung der Artenvielfalt – weitere Kernpunkte des Abschlussberichts – hätte sich die Agroforstwirtschaft als sinnvolle und zielführende Landnutzungsmethode erwiesen.

Erfolgreiches Beispiel aus Brandenburg

In Brandenburg wurde in einem Projekt erfolgreich aufgezeigt, wie eine Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) Agroforstwirtschaft gestaltet werden kann, was nun in einem Folgeprojekt in die Praxis umgesetzt wird. AUKM werden in dem Abschlussbericht der Zukunftskommission explizit als wichtiger Baustein für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft aufgeführt. „Den Beitrag, den die Agroforstwirtschaft in diesem Zusammenhang leisten kann, hat die Zukunftskommission leider außer Acht gelassen. Der DeFAF e.V. wird sich daher weiter dafür einsetzen, dass die Agroforstwirtschaft als nachhaltige Landnutzungsmethode verstärkt angewendet wird, denn nur mit ihr kann die Zukunft der Landwirtschaft erfolgreich gestaltet werden“, betont der Verband.


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