Post-EEG-Konzepte

Denkbares Geschäftsmodell: Biogas vor Ort verkaufen

Im Projekt „MiniGas“ entwickeln die Partner ein Konzept, um teilaufbereitetes Biogas an Abnehmer vor Ort zu verkaufen, die daraus Strom und Wärme erzeugen.

Viele Biogasanlagenbetreiber stehen in den nächsten Jahren vor der Herausforderung, ohne EEG-Vergütung betriebswirtschaftlich weiter zu bestehen. Vor diesem Hintergrund sind zukünftig alternative und vor allem marktfähige Betriebskonzepte notwendig. Ein Weg ist der Verkauf von Biogas als Brennstoff. Im Projekt „MiniGas“ erforschen die Partner, inwiefern sich nur teilaufbereitetes, d.h. entschwefeltes und entfeuchtetes Biogas von Biogasanlagen über ein Verteilungsnetz zu kommunalen oder industriellen bzw. gewerblichen Akteuren leiten lässt. Hier soll es in Blockheizkraftwerken in Wärme und Strom umgewandelt werden.

Es können also regionale Wärmesenken mit erneuerbaren Energien versorgt werden, ohne teure Wärmeleitungen mit hohen Energieverlusten betreiben oder das Biogas mit Kosten- und Energieaufwand zu Biomethan aufbereiten zu müssen. Gleichzeitig können die Kosten für die Wärmeversorgung im ländlichen Raum stabilisiert werden.

Umwandlung beim Abnehmer in Strom und Wärme

Mittels innovativen und hocheffizienten Mini-KWK-Anlagen erfolgt die lokale Umwandlung des Biogases in Strom und Wärme. So können Liegenschaften kosteneffizient regenerativ mit Wärme versorgt und eine hohe Wärmenutzung erreicht werden. Gleichzeitig kann dies optional mit Regelenergiebereitstellung von Strom kombiniert werden. Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung eines flexiblen und übertragbaren Systemkonzepts zur dezentralen Nutzung von teilaufbereitetem Biogas mittels Mikrogasnetzen. Dabei wird marktverfügbare bzw. innovative Mini-KWK-Anlagentechnologie bei Einrichtungen, wie: Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie bei industriellen und gewerblichen Akteuren, z. B. in Produktionsbetrieben und Hotels eingesetzt.

Das Projektteam, bestehend aus der abc GmbH aus Köln, der Alensys Engineering GmbH aus Erkner und der DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH aus Leipzig, hat die Biogasgestehungskosten sowie die Durchleitungskosten für das vorkonditionierte Biogas durch das Mikrogasnetz gemäß der Richtlinie VDI 2067 ermittelt. Für die Nachnutzung einer nach industriellem Qualitätsstandard errichteten Biogasanlage mit 500 kWel wurde dabei ein Investitionsvolumen von ca. 1 Mio € ermittelt. Die Investitionskosten für das Leitungsnetz belaufen sich auf ca. 500.000 €.

Als erstes Ergebnis konnte dabei ein Biogasgestehungspreis von 7,64 € ct/kWh (Heizwert, Hi) für eine entsprechend dem untersuchten Nachnutzungskonzept ertüchtigte Biogasanlage ermittelt werden. Der Durchleitungspreis in einem nachgeschalteten Mikrogasnetz wurde mit ca. 0,92 ct/kWh (Hi) für ein Leitungsnetz von ca. 5 km Länge bestimmt. In Summe ergibt sich somit ein marktkonformer Mindestverkaufspreis von ca. 8,5-9 ct/kWh (Hi) für den weiteren Nutzungsweg bzw. für die Verwertung des teilaufbereiteten Biogases beim Endverbraucher.

Kostenlose Wirtschaftlichkeitsberechnung bis 29.02.

Im Rahmen des Vorhabens MiniGas werden kurzzeitig Fördermittel genutzt, um bei BGA-Betreibern eine kostenlose Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bezüglich alternativer Verwertungswege durchzuführen. Wie oben skizziert, besteht das Hauptziel darin, für BGA-Betreiber neue Geschäftsmodelle nach Auslaufen des EEG aufzuzeigen bzw. zu eröffnen.

Potenzielle Anwender haben bis zum 29.02.2020 die Möglichkeit, sich beim Projektteam zu melden, um damit die Chance zu bekommen, ein kostenfreies, unverbindliches Verwertungskonzept für ihren eigenen Betrieb erstellen zu lassen. Dies gilt sowohl für einzelne Anlagen als auch für Regionen mit mehreren Anlagen, bei denen sich durch Zusammenschluss per Biogasleitung eine bessere Verwertung des Biogases ergeben kann.

Das MiniGas-Verwertungskonzept wird auf die individuelle Aufbereitungskette und den Standort der Biogasanlage zugeschnitten und berücksichtigt sowohl bestehende Anlagentechnik als auch mögliche Anlagenkonzepte zur Erweiterung des bestehenden Systems.

Weitere Infos finden Sie hier.

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