EUROPA/Klimaziele 2030

Landwirtschaft kann Klimaziele 2030 durch Ausbau von Biomasse verbessern helfen

Die EU hinkt ingesamt bei den Klimazielen 2030 hinterher. Die Landwirtschaft ist von Brüssel gefordert, einen stärkeren Beitrag zu leisten bei Biomasse und Ausbau der Erneuerbaren

„Europa hält am Ziel der Klimaneutralität und dem Willen in der Welt Champion bei der Wende hin zu Sauberen Energien zu bleiben, fest“, bekräftigte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Dienstag in Brüssel. Bei der Vorlage der Bewertung der Entwürfe aus den EU-Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der gesteckten Pariser Klimaziele zeigten sich Licht und Schatten.

Besonders auch Deutschland ist bisher nicht auf Kurs, um das gesteckte Minderungsziel von 38 Prozent der Treibhausgasemissionen bis 2030 – gerechnet vom Basisjahr 2005 - zu erreichen. Auch beim Energieeffizienzziel bis 2030 um 32,5 Prozent zu verbessern, hat die Brüsseler Behörde Zweifel am deutschen Beitrag.

Bei ihrer Bewertung der Entwürfe der nationalen Pläne legte die EU-Kommission die Messlatte zur Erreichung der Ziele bis 2030 auf das Gesamtergebnis aller 28 EU-Staaten. In den von den EU-Staaten vorgelegten Plänen reichen die nationalen Beiträge in der Summe in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz jedoch noch nicht aus.

So beläuft sich beim Ausbau der Erneuerbare Energien die Lücke auf bis zu 1,6 Prozentpunkte. Im Bereich Energieeffizienz liegen die Anstrengungen der Mitgliedstaaten mit einem Minus von bis zu 6,2 Prozentpunkten in Bezug auf den Primärenergieverbrauch hinter dem Planziel. Ebenso klafft bei den 2030-Zielen ein Minus von sechs Prozentpunkten mit Blick auf den Endenergieverbrauch.

EU-Kommission verteilt Lob und Tadel

So wartete in der Bilanzpressekonferenz der für die Energieunion zuständige Maros Sefcovic mit Lob und Tadel auf:

„Alle Mitgliedstaaten haben in relativ kurzer Zeit beeindruckende Entwürfe ausgearbeitet, aber kein Entwurf ist perfekt. Die endgültigen nationalen Pläne sind bis Ende des Jahres zu erstellen. Im Klartext bleibt noch Arbeit zu leisten, um die Ziele ambitionierter festzulegen, die energiepolitischen Ziele detaillierter auszuführen und Investitionsbedarf noch zu spezifizieren“, sagte Sefcovic.

Auch EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete forderte verstärkte Anstrengungen: „Im November haben wir vorgeschlagen, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu machen. Wir haben deutlich gemacht, welche Richtung wir einschlagen wollen“.

Er forderte die EU-Staats- und Regierungschefs auf, bei ihrem Treffen am Donnerstag und Freitag dieser Woche, die Klimaschutzziele nachzuschärfen.

Greenpeace fordert die EU-Chefs auf, die Zukunft nicht zu verspielen

„Die endgültigen Pläne müssen deutlich ambitionierter ausfallen, um die EU auf Kurs zu bringe bei der Bekämpfung des Klimawandels und die Modernisierung der europäischen Wirtschaft voranzubringen“, so Canete.

Greenpeace Europe nahm die Bewertung der EU-Kommission am Dienstag zum Anlass, den EU-Chefs ebenfalls ins Gewissen zu reden. Die EU-Staaten müssten die Messlatte der nationalen Ziele höher legen, um das 1,5 Grad Ziel der Erderwärmung nicht zu reißen. Die polnische Energieexpertin Anna Ogniewska forderte die EU-Staaten auf, ihre Minderungsziele bei den Treibhausgasen bis zum Jahre 2040 auf 65 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 hochzuschrauben.

„Jede weitere Vertagung von ambitionierteren Zielen würde zum Verlust von Menschenleben und Artenvielfalt sowie eine Bedrohung für unsere Zukunft darstellen“, so Ogniewska.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Georg Summerer

Schön dass Sie sich melden Herr Dressel,

nur mit Gejammer oder Trotzreaktion haben die Beiträge hier nichts zu tun. Fakt ist dass das UBA mit gefakten Daten aus nicht funktionierenden Messbrunnen eine Strafreaktion aus Brüssel provoziert hat. Auszug aus einer Stichprobenkontrolle von 380 Messtellen von 2004! in Bayern per Kamerabefahrung: Verschraubungen undicht, Sickerwasser aus der Oberfläche, verschlammt, Rohre gerissen. Ähnliches konnten Sie hier in Südplus vor ein paar Tagen lesen. Auch in anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Jetzt bekommen wir eine Düngeverordnung die zu Humusabbau, Mindererträgen und dadurch zu verstärkten Importen aus nicht nachhaltigen Anbaugebieten, die erst noch gerodet und von der dort ansässigen Bevölkerung "befreit" werden muss. Gleichzeitig soll aber die Bioenergie ausgebaut werden, was aber nur mit höheren Erträgen zu bewältigen ist. Wie soll das gehen? Oder stören Sie sich daran, dass auch Bauern Geld verdienen müssen um Ihre Familien zu versorgen, auch ich habe Kinder. In meiner näheren Umgebung ist gerade eine erodierung unter den Bauernhöfen zu beobachten. Glauben Sie denn die hören mit ihren Betrieben auf weil sie im Geld schwimmen? Nicht selten sind das familiäre Dramen. Sollen wir dazu das Maul halten weil das der klimaschützenden aber sich derzeit im Urlaub befindenden Bevölkerung nicht gefällt? Werden wir nicht, jedenfalls solange nicht wie wir noch Bauern sind mit Freude an unserer Arbeit.

von Peter Dressel

super

Jeder der kinder hat weiß, diese trotz Haltung bringt auch nichts..nur gejammer hier auf top agrar..

von Wilhelm Grimm

Ich bin stolz auf meine Berufskollegen !

Wir retten die Eisbären !!!!!

von Hermann Kamm

Ich werde einen scheiß Tun!

immer soll die Landwirtschaft die Welt retten. Und machen wir was gutes dann wird es umgedreht und an die Presse verkauft. Die Bioenergie haben unsere Politiker so zusammen gestrichen das man kein Geld mehr damit verdienen kann. Wir Landwirte haben bei diesen Staat doch keine Planungssicherheit Mehr. Warum sollten wir noch was tun?

von Willy Toft

Das wird nichts, wir sollen gerade jetzt soviel Dünger einsparen, dass die Humusbildung......

zum erliegen kommt, bzw. wir den Humus aufbrauchen. Das ist Klima- Schädlich!

von Georg Summerer

Die drehen sich doch alle nur noch im Kreis

Da soll die Bioenergie ausgebaut werden und gleichzeitig werden die Bauern mit nicht mehr erfüllbaren Düngevorgaben aufgrund völlig irrsinniger Nitratmessungen in den finanziellen Abgrund geprügelt. Irgendwann müssten sich diese Schlaumeier doch mal einig werden was sie wirklich wollen. Weniger Ertrag in der EU und in Deutschland und dafür den Regenwald abholzen oder Nahrung und Bioenergie selbst auf den eigenen Flächen erzeugen. Das was sie derzeit von sich geben lässt einen an ihrem Geisteszustand zweifeln.

von Andreas Thiel

Zum Totlachen...

Anderswo auf der Welt wird der Regenwald abgeholzt und die deutschen Bauern sollen gegensteuern mit erhöhtem Biomasse Anbau...

von Renke Renken

Wenn die Politiker und Kommissare der EU

den Blech, den sie da von sich geben selber glauben, dann glaub ich , daß Zitronenfalter Zitronen falten. Kreuzfahrtschiffe, Flugreisen - alles mit Wachstumsraten von 5 - 6 %, Autoverkehr und Güter transportieren hat in den letzten Jahren derart zugenommen, daß die Autobahnen im Grunde vor dem Kollaps stehen, alles, wirklich alles wird maschinell erledigt, und da will einer erzählen wir hinken ein klein wenig hinterher.... Aber wieder auf die Bauern, hab´s schon mal geschrieben: Wenn die Menschheit irgendwann wirklich mal hungern sollte, haben auf jeden Fall auch die Bauern Schuld

von Leon Blitgen

Warum wieder die Landwirtschaft? Was macht die Industrie? Was machen die Andern?

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