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„Die Rolle von Biogas im Strommarkt wird wichtiger“

Biogasanlagen helfen, Wind- und Solarenergie schneller ins Stromnetz zu integrieren, erklärt Johannes Päffgen, Leiter Energiehandel bei Next Kraftwerke.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben erneuerbare Energien einen Anteil von 56% am Strommix in Deutschland erreicht. Allein Windenergie deckte knapp 35% ab. Welche Rolle spielen Biogasanlagen noch?

Päffgen: Bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien sind eine gute Prognose und Flexibilität wichtig. Gute Prognosen helfen bei der Planung, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen; Flexibilität dagegen, um kurzfristig auf eine schwankende Nachfrage oder Angebot reagieren zu können. Beides bieten Biogasanlagen an. Flexible Biogasanlagen, deren Leistung bei hoher Wind- und Solarstromproduktion und somit niedrigen Preisen gedrosselt werden, übernehmen heute schon eine wichtige Rolle, die künftig an Bedeutung gewinnt.

Wie Analysen des Strommarkts zeigen, sind zwar viele Biogasanlagen heute flexibilisiert, produzieren aber trotzdem überwiegend konstant Strom.

Päffgen: Unserer Erfahrung nach gibt es bei der Regelenergie und bei der flexiblen Einspeisung in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum. Wir sind einer der wenigen Direktvermarkter in Deutschland, der noch eine flexible Vermarktung von Biogasstrom anbietet. Wir arbeiten derzeit mit 360 Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 350 MW zusammen, die bedarfsorientiert Strom einspeisen. Trotzdem gibt es natürlich auch Anlagenbetreiber, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis des flexiblen Betriebs als negativ bewerten und deshalb aktuell ihre Anlagen nicht flexibel betreiben. Dabei kann Flexibilität wirtschaftlich attraktiv sein – vor allem, wenn vermehrt konventionelle Kraftwerke vom Netz gehen. Wir wollen daher den Bereich bei uns weiter ausbauen.

Heute erwirtschaften aber selbst sehr flexible Anlagen selten einen Mehrerlös von 2 ct/kWh am Strommarkt.

Päffgen: Wir haben in Deutschland Überkapazitäten an Strom. Das...

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