Dürre2018: Biogaserzeuger helfen Rinderhaltern Premium

In vielen Regionen helfen Biogasanlagenbetreiber notleidenden Tierhaltern. Allerdings ist die Lage auch für die Energiewirte teilweise dramatisch.

Die anhaltende Trockenheit in vielen Regionen hat eine neue Debatte zum Thema „Futter oder Fermenter“ ausgelöst. Viele Biogasanlagenbetreiber sind erstaunt über den angeblichen Widerspruch. Denn sehr häufig ist die Tierhaltung mit der Biogaserzeugung eng verbunden. Gerade bei größeren Anlagen, die auf Zukauf von Rohstoffen angewiesen sind, gibt es eine große Solidarität unter den Landwirten. „Wir sind in unserer Region an drei Biogasanlagen beteiligt und führen deren Geschäfte. Glücklicherweise haben alle drei Anlagen einen Handlungsspielraum, da sie über Vorräte aus den Vorjahren verfügen“, erklärt Jan Hampe vom Maschinenring Göttingen. „Deshalb können wir Maisflächen, die für unsere Biogasanlagen unter Vertrag stehen, an unsere Milchviehalter und Mitglieder ohne Aufschläge solidarisch abgeben, um deren Grundfuttersituation zu verbessern.“ Verhandlungen mit notleidenden Milchviehhaltern Auch Michael Borgard von der Biogasanlage in Stötze im östlichen Niedersachsen will Tierhaltern helfen. „Wir können 500 t Mais zum Selbstkostenpreis abgeben“, sagt er. Ein Milchviehbetrieb aus der Nähe von Hamburg hätte bereits Interesse bekundet. Die Solidarität gibt es auch in Regionen, in denen die Dürre besonders stark auftritt, wie dem Norden ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Feinstaub-Kritik: "Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft sind absurd"

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Koenig

F.W.König

Wer dringend Silomais braucht bitte melden

von Rudolf Rößle

Lagerkapazität

durch die frühe Ernte gibt es auch vereinzelt Platzprobleme in den Silos, da letztes Jahr die Grassbestände bombig waren.

von Jens Geveke

Die Futterkostenanteile liegen bei Biogasanlagen wesentlich höher (über50%) als bei Milchviehbetrieben am Umsatz. Daher wachsen bei Biogasanlagen bzgl. Zukaufpreise die Bäume auch nicht in den Himmel. Ab einem bestimmten Niveau käme auch die Grenze zum Zukauf von Getreidemehl, da man nicht auf Strukturfutter angewiesen ist. Die Biogasanlagen können aber separierte Feststoffe von Milchviehbetrieben aufnehmen und daher evtl. auf einen Teil der Zukäufe verzichten. So wird "indirekt" auch Mais für Milchvieh frei.

von Karl-Heinz Mohrmann

Es gibt sicherlich Ausnahmefälle. Aber wenn die BGA auch kein futter hat kann sie auch nichts abgeben. Also kauft sie freien mais. Und das zu so hohen preisen dank festen Vergütungen im EEG das wir Milchbauernfamilien nicht mithalten können. so sieht es bei uns im kreis aus. Fermenter vor trog. Und dann wahrscheinlich noch vom Steuerzahler unterstützt durch Dürrehilfe

von Karl-Heinz Mohrmann

https://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Nothilfe-ist-nur-begrenzt-moeglich-9607258.html

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