Monitoringbericht zur Energiewende

Energiewende-Bericht: Wo Deutschland hinterherhinkt

Das Bundeskabinett hat den 8. Monitoring-Bericht zur Energiewende beschlossen. Eine wissenschaftliche Expertenkommission zeigt auf, was sich jetzt dringend ändern muss.

Das Bundeskabinett hat in der dieser Woche den 8. Monitoring-Bericht zur Energiewende beschlossen. Der Bericht stellt den Stand der Umsetzung der Energiewende in den Berichtsjahren 2018 und 2019 dar und ist Teil des im Jahr 2011 gestarteten Monitoring-Prozesses „Die Energie der Zukunft“. „Der Bericht zeigt: Die Energiewende kommt in vielen Handlungsfeldern deutlich voran und liegt insgesamt auf Erfolgskurs“, teilt das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit.

Zentrale Ergebnisse

Das BMWi fasst die zentralen Ergebnisse des Berichts so zusammen:

  • Die Bedeutung der erneuerbaren Energien (EE) bei der Stromversorgung nimmt weiter zu. Das 2020-Ziel von mindestens 35 % EE-Anteil am Bruttostromverbrauch ist im Jahr 2019 mit 42 Prozent bereits übererfüllt.
  • Der Energieverbrauch in Deutschland fiel 2019 auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 1970er Jahre. Trotz Fortschritten bleibt es eine Herausforderung, die ambitionierten Ziele bei Verbrauch und Effizienz so schnell wie möglich zu erreichen.
  • Der Energieverbrauch im Verkehr in Deutschland ist entgegen der Zielsetzung im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr und dem Referenzjahr (2005) angestiegen. Es sind somit erhebliche weitere Anstrengungen erforderlich, um so schnell wie möglich eine Trendumkehr einzuleiten.
  • Die Treibhausgasemissionen sind im Jahr 2019 um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 35,1 Prozent gegenüber dem Referenzjahr (1990) gesunken.
  • Deutschlands Stromversorgung ist auch vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und der Kohleverstromung sicher. Die Energienachfrage in Deutschland ist jederzeit gedeckt, sodass ein auch im internationalen Vergleich hohes Maß an Versorgungssicherheit gewährleistet ist.
  • Die Energiewende ist eine Modernisierungsstrategie, die umfangreiche Investitionen am Wirtschaftsstandort Deutschland auslöst. Sie leistet somit auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung nach den Belastungen durch die Covid-19-Pandemie.

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