Energiewende ist Beschäftigungsmotor

Erneuerbare Energien stellen jeden zweiten Arbeitsplatz in der Energiewirtschaft, zeigt eine neue Studie. Vor allem die Windenregie und die Bioenergie sind dabei die tragenden Säulen.

Wartung in der Gondel einer Windenergieanlage: Der Bereich Wartung und Betrieb von Anlagen ist im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. (Bildquelle: Neumann)

Von den 689.600 Beschäftigten in der deutschen Energiewirtschaft im Jahr 2016 arbeiteten im Bereich erneuerbare Energien mit 338.600 knapp die Hälfte. Das zeigt der neue GWS Research Report 2018 mit dem Titel „Ökonomische Indikatoren der Energiewirtschaft“. Darin haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin und die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) aus Osnabrück die Entwicklung von Investitionen, Beschäftigung und Bruttoproduktion in der Energiewirtschaft in den Jahren 2000 bis 2016 untersucht
Dabei ist die Beschäftigung, die aus den Aktivitäten der Energiewirtschaft resultiert,  aufgrund der Einführung der erneuerbaren Energien seit 2000 gestiegen. Dabei hat es eine deutliche Verschiebung der Beschäftigung hin zu den erneuerbaren Energien gegeben, wobei auch die Beschäftigung, die auf Investitionen in Infrastruktur und Speicher zurückgeht, zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Windenergie und Biomasse sind die Stützen

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie:

Die sechs Technologien mit den meisten Beschäftigten im Jahr 2016:
  1. Windenergie an Land: 133.000
  2. Biogas: 41.600
  3. Photovoltaik: 35.800
  4. Wind auf See: 27.200
  5. Biomasse-Kleinanlagen: 25.900
  6. Biokraftstoffe 23.900
Umstieg bedeutet mehr Beschäftigung

„Mit einem beschleunigten Umstieg auf erneuerbare Energien wird die Beschäftigung insgesamt stark ansteigen“, kommentiert Hans-Josef Fell die Studie. Der Energieexperte und ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete schlussfolgert weiter, dass bei einem kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien wesentlich mehr Arbeitsplätze entstehen als durch das Abschalten der Kohlekraftwerke und anderer fossiler und atomarer Energieerzeugung wegfallen würden. „Eine gute Strukturpolitik in den Kohleabbauregionen insbesondere im strukturschwachen Ostdeutschland würde dort mit einem Kohleausstieg die Beschäftigung insgesamt stärken.“

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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