Bürgersolarpark

Erste subventionsfreie Freiflächen-Solaranlage

Die BayWa r.e. und der Dienstleister enyway bauen in Sachsen einen Solarpark mit 1,3 MW Leistung, den Privatpersonen finanziert haben. Der Park soll ohne EEG-Förderung auskommen.  

Der Bau der ersten förderfreien Freiflächen-Solaranlage Deutschlands, die komplett durch Crowdfinanzierung realisiert wurde, hat begonnen. Der Dienstleister enyway baut diese Anlage zusammen mit BayWa r.e. in Hecklingen/Sachsen-Anhalt. Mit dem Projekt wollen die beiden Unternehmen eine Alternative zu den schleppenden Plänen des Kohleausstiegs präsentieren. Es zeige, dass die Erneuerbaren mit innovativen Beteiligungskonzepten auch heute schon ohne staatliche Förderung auskommen könnten und viele Bürger sich eine aktive Teilhabe wünschten, teilt BayWa r.e. mit.

Aufteilung in kleine Parzellen

Für die Finanzierung der Anlage hat das Hamburger Startup enyway im November 2018 das Produktangebot „change“ gestartet. Kern des Angebots ist die gemeinsame Realisierung großer Solaranlagen mit Hilfe einer gemeinsamen Finanzierung durch viele Privatpersonen, die den erzeugten Strom wiederum selbst Zuhause verbrauchen. Dazu wurden die Solarmodule mittels innovativer Blockchain-Technologie transparent und fälschungssicher in virtuelle Mini-Pakete in der Größe von Pizzakartons oder Tischtennisplatten aufgeteilt. Die kleinsten Pakete gibt es schon ab niedrigen zweistelligen Beträgen.

Jetzt rollen die Bagger an. Die Freiflächen-Photovoltaikanlage, die vom Full-Service-Dienstleister BayWa r.e. errichtet wird, umfasst eine Fläche von über 7.000 m2 und besteht aus fast 4.400 Solarmodulen. Sie hat eine Gesamtleistung von 1,3 Megawatt und wird jährlich knapp 1,3 Millionen kWh grünen Strom produzieren. Damit werden rund 1.500 Tonnen CO2-Emmissionen im Vergleich zu Strom aus Braunkohle eingespart. Die Anlage soll bereits in einem Monat den Betrieb aufnehmen.

Meilenstein für die Energiewende

„Die Realisierung von enyway change ist ein absoluter Meilenstein“, freut sich Varena Junge, Geschäftsführerin und Mitgründer von enyway. „Nicht nur für uns, sondern vor allem für zukünftige Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Wir beweisen, dass die Energiewende wirtschaftlich ohne staatliche Subventionen möglich ist. Dank der vielen Käufer kann die Energiewende deutlich beschleunigt und über den politisch vorgegebenen Korridor hinaus entstehen“.

Die Redaktion empfiehlt

Mit dem Solarpark Barth V will die BayWa r.e. zeigen, dass sich Photovoltaik auch ohne Förderung rechnet. Für die Stromabnahme hat sie eine interessante Lösung gefunden.

Die erste Ausschreibungsrunde für Solarparks in diesem Jahr war zweieinhalbfach überzeichnet. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 4,8 ct/kWh.

Bei dem Solarpark mit 11,75 MW Leistung wurden 40.000 Bifacial-Solarmodule mit Doppelglas verbaut.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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