Erster Biogas-Branchentreff im Norden

Gestern fand in Rendsburg der 1. Norddeutsche Biogas-Branchentreff statt. 60 Firmen und über 100 Biogasbetreiber diskutierten über neue Herausforderungen.

n der Windenergie-Szene haben Branchentreffs in einzelnen Regionen lange Tradition. Jetzt haben sich erstmals auch Firmen und Betreiber zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch getroffen: Gestern fand bei der DEULA in Rendsburg der 1. Norddeutsche Biogasbranchentreff statt. „Auf den etablierten Messen wie der Eurotier und der EnergyDecentral in Hannover geht es zu wenig um Biogas und die Landwirte suchen dort vor allem neue Infos für die Tierhaltung. Da bleibt nur wenig Zeit für andere Gespräche“, erläutert Björn Bugdahl, Geschäftsführer des Dienstleistungsunternehmens T&B – Die Biogasoptimierer. T&B hatte die Veranstaltung zusammen mit der Gebrüder Honnens GmbH aus Tarp initiiert.

Die Veranstalter haben die Ausstellung und Fachforen in der DEULA in Rendsburg veranstaltet. Die etwa 60 Aussteller vor allem aus Schleswig-Hholstein und Niedersachsen präsentierten sich rustikal in der Landmaschinenhalle der DEULA. „Der Branchentreff soll keine klassische Hochglanzveranstaltung sein, sondern dem nahe kommen, woher die Branche kommt: Rustikal, ländlich, bodenständig“, erklärten die Veranstalter.

Zusätzlich zu der Ausstellung gab es den ganzen Tag über ein aktuelles und informatives Vortragsprogramm auf zwei Ebenen, an dem auch der Fachverband Biogas und andere Organisationen mitwirkten. Neben fachspezifischen Themen wie Gärrestmanagement, Gärrestveredelung oder Entschwefelung ging es auch um Zukunftsfragen wie Direktvermarktung, rechtliche Voraussetzungen für Wärmenetze und natürlich auch um das Thema: Was kommt nach dem EEG? „Der Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein bietet auf den ersten Blick für Biogas nicht viel Perspektiven, aber es gibt dennoch Chancen für uns“, analysierte Silke Weyberg, Regionalreferentin Nord beim Fachverband Biogas. Dazu zählt sie, dass der Ausbau von Wärmenetzen, die Produktion von Wasserstoff in Power-to-Gas-Anlagenund die flexible Stromproduktion aus Biomasse vorangebracht werden sollen – alles Möglichkeiten auch für Biogasanlagen. Zudem legt die neue Landesregierung viel Wert auf Sektorkopplung zwischen den Bereichen Strom, Wärme und Kraftstoff. Auch dabei kann Biogas eine wichtige Rolle spielen.

Ein großes Thema war in Rendsburg auch die geplante Betriebsprüfung von Biogasanlagen durch das Landesamt für Landwirtschaft und ländliche Räume (LLUR). Dazu haben die Behörden umfangreiche Erhebungsbögen verschickt. Der Fachverband Biogas ist aktuell im Gespräch mit dem Landwirtschaftsministerium, um fachliche und sachliche Ungereimtheiten in den Bögen auszuräumen.

„Um die Interessen der erneuerbaren Energien noch stärker zu bündeln und mit einer Stimme zu sprechen, wollen wir jetzt einen Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein gründen“, stellte Hans-Ulrich Martensen, Regionalgruppensprecher des Fachverbandes für Schleswig-Holstein, in Aussicht. Daran beteiligt sind neben dem Fachverband Biogas auch der BWE Landesverband, der Verband Watt 2.0 und der  Verein zur Förderung der Energiewende in Schleswig-Holstein (www.vfe-sh.de).

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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