Photovoltaik

Erster förderfreier Solarpark in Deutschland

Mit dem Solarpark Barth V will die BayWa r.e. zeigen, dass sich Photovoltaik auch ohne Förderung rechnet. Für die Stromabnahme hat sie eine interessante Lösung gefunden.

Die BayWa r.e. beginnt im Juni den Bau des Solarparks „Barth V“ rund 30 Kilometer östlich von Stralsund. Er wird eine Gesamtleistung von 8,8 MW haben. Das Projekt, das die BayWa r.e. ganz ohne Förderung realisiert, soll den Beweis bringen, dass die Solarenergie schon heute in Deutschland marktfähig sein kann. „Mit unserem 175-MW Solarpark Don Rodrigo, den wir Ende letzten Jahres in Südspanien errichtet haben, haben wir gezeigt, dass Solarstrom bereits heute günstiger erzeugt werden kann als konventioneller Strom. Wir sind stolz darauf jetzt auch in Deutschland, mit niedrigeren Einstrahlungswerten, das erste förderfreie Solarprojekt umzusetzen und damit eine neue Ära in der erneuerbaren Energieerzeugung einzuläuten“, sagt Benedikt Ortmann, Geschäftsführer der BayWa r.e. Solar Projects GmbH.

Strom soll an Industriekunden geliefert werden

Der Solarpark wird auf dem Gelände des Ostseeflughafen Stralsund-Barth errichtet. Aufgrund der Pachteinnahmen ist der kommunale Flughafen einer der wenigen, der wirtschaftlich und unabhängig von öffentlichen Geldern betrieben werden kann.

Den erzeugten Strom will der Dienstleister über einen langjährigen Stromabnahmevertrag (Private Purchase Agreement, PPA) an einen Industriepartner liefern. Derzeit laufen Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten. Die Vermarktung des Stroms wird die hauseigene Energiehandelstochter BayWa r.e. Clean Energy Sourcing GmbH (CLENS) übernehmen.

Das Projekt profitiert von Vorgängerprojekten am gleichen Standort. So wurden Kabeltrassen und Netzanschluss bereits frühzeitig mitgeplant. Auch das optimierte Planungs- und Systemdesign von BayWa r.e. sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Flächeneigentümer und den Gemeinden hätten die Realisierung des Projekts möglich gemacht, teilt der Konzern mit. Finanziert wird das Projekt über eine langfristige Finanzierung durch eine erfahrene deutsche Bank.

EEG bleibt notwendig

Trotz der Realisierung des ersten förderfreien Solarprojektes in Deutschland werde das EEG auch in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende spielen. Matthias Taft, Energievorstand der BayWa AG erläutert: „Zwar ist in den Bereichen Kleinanlagen und mittelgroße Gewerbeanlagen die Umsetzung von Eigenverbrauchskonzepten ohne Einspeisetarif in einigen Fällen möglich, eine Förderung wird in diesem Segment aber weiterhin notwendig bleiben.“ Darüber hinaus sei die Förderung von dezentralen PV-Lösungen im Wohnungsbau aus Gründen der Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten und der Chance auf eine lastnahe Versorgung wünschenswert und sinnvoll.

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Die erste Ausschreibungsrunde für Solarparks in diesem Jahr war zweieinhalbfach überzeichnet. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 4,8 ct/kWh.

In Spanien stehen 500.000 Solarmodule der BayWa auf einer Fläche von 265 hat. Nun hat der Handelskonzern den Solarpark verkauft.

Bei dem Solarpark mit 11,75 MW Leistung wurden 40.000 Bifacial-Solarmodule mit Doppelglas verbaut.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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