Zusatzerlös für Biomasseheizwerke

Erstes Gütezeichen für Dünger aus Holzasche

Die Brennpunkt Energie GmbH aus dem bayerischen Ruderatshofen erzeugt einen Holzaschedünger aus regionalem Holz, den Landwirte als Kalkdünger einsetzen können.

Die Brennpunkt Energie GmbH erhält als erstes Unternehmen in Deutschland das Gütezeichen „Dünger“ für einen Monokalkdünger aus Holzasche. Erzeugt wird der Holzaschedünger aus regionalem Holz, das in der unternehmenseigenen Anlage zur CO₂-neutralen Wärme- und Stromerzeugung genutzt wird. Interessierten Landwirten steht ab sofort ein hochwertiger und qualitätsgesicherter Kalkdünger mit bodenverbessernden Eigenschaften zur Verfügung, der darüber hinaus noch eine attraktive Alternative zu konventionellem Dünger darstellt und eine positive CO₂-Bilanz hat.

Asche aus Waldhackschnitzeln

Das Unternehmen gehört zur Hubert Schmid Gruppe und betreibt in Ruderatshofen im Ostallgäu neben einer Futtertrocknung und einer Holzpelletieranlage ein Biomasse-Heizkraftwerk. Durch den Einsatz von qualitativ hochwertigem Waldhackgut und Landschaftspflegematerial besitzen die Holzaschen physikalische und chemische Eigenschaften und Nährstoffe, die eine Verwertung als Dünger möglich machen.

„Damit wir einen Dünger mit gesicherter Qualität zur Verfügung stellen können, haben wir uns entschieden, die Asche über die RAL-Gütesicherung zertifizieren zu lassen“, erklärt Christian Grundner von Brennpunkt Energie.

Gute Düngeeigenschaften

Die Firma hatte diverse positive wissenschaftliche Auswertungen und behördliche Publikationen zum Thema Holzascheverwertung zum Anlass genommen, die Rost- und Kesselasche als Dünger zu verwerten. Eine erste grobe Einschätzung auf Basis gezielter Analysen ergab, dass die grundsätzlichen Voraussetzungen hierfür gegeben waren.

Dabei zeichnet sich die Asche insbesondere durch hohe Gehalte an Calciumoxid, Kalium- und Magnesiumoxid als auch Siliziumoxid aus. Spurennährstoffe wie Eisen, Mangan und Natrium sind analog in nennenswerten Konzentrationen enthalten. Ferner verfügt sie über eine entsprechende Reaktivität, der pH-Wert liegt im alkalischen Bereich. Allerdings fallen in der Regel bei der Verbrennung auch Fremdstoffe wie z.B. Steine an, weshalb die Asche mit geeigneter Anlagentechnologie aufbereitet werden muss. Positive Nebeneffekte in diesem Zusammenhang ist eine definierte Körnung, ebenso die Wiederverwendbarkeit der separierten Steine als Einsatzstoff zur Herstellung von Recycling-Baustoffen.

RAL-Gütezeichen

Um sicher zu gehen, dass alle Vorgaben erfüllt werden und diese auch zeitgleich einem externen Audit unterliegen, trat das Unternehmen der Bundesgütegemeinschaft Holzasche (BGH) bei. Dabei handelt es sich um eine Spartengütegemeinschaft der Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK). Das RAL-Gütezeichen 252 Dünger soll bei den Anwendern Vertrauen ins Produkt schaffen, da nicht nur der Dünger selbst, sondern der gesamte Produktionsprozess einer externen Kontrolle unterliegt.

Die RAL-Gütesicherung erfolgt nach strengen Regeln und Abläufen. Die Systematik ist geprägt von umfangreichen Untersuchungen in einem akkreditierten Labor auf physikalisch-chemische Eigenschaften sowie auf Pflanzen- und Spurennährstoffe etc. Grenzwertüberschreitungen werden sofort erkannt und verhindern den Einsatz ungeeigneter Chargen, damit der Landwirt sicher sein kann, dass keine Schadstoffe auf seinen Felder ausgetragen werden. Mindestnährstoffgehalte müssen ebenfalls erreicht werden.

Die Untersuchungen erfolgten von Frühjahr bis Herbst 2021. Ergebnis: Die Asche erfüllte sämtliche notwendige Anforderungen und Bestimmungen im Zuge der Gütesicherung. Auf dieser Grundlage wurde nach Prüfung aller relevanten Nachweise das Gütezeichen verliehen und vor Ort von der neuen Geschäftsführerin der BGH Yvonne Bosch überreicht.

Weitere Informationen: www.brennpunkt-energie.com
Bundesgütegemeinschaft Holzasche: www.holzaschen.de

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