Biogas

Fachverband: „Biogasanlagen sind sicher und ökologisch sinnvoll“

Der Fachverband Biogas reagiert mit Unverständnis auf die pauschale UBA-Kritik, die in vielen Teilen jeglicher Grundlage entbehre.

Schlechte Ökobilanz, fehlende Rechtsvorschriften und unwissende Betreiber: Die Liste der Kritikpunkte des Umweltbundesamtes (UBA) an Biogasanlagen ist lang. Der Fachverband Biogas greift in einer ersten Stellungnahme offensichtliche Mängel des „UBA-Hintergrundpapiers“ auf: „Wenn das UBA behauptet, dass ein Großteil der Biogasanlagen ohne angemessene Regelung betrieben wird, ist dies schlicht falsch. In Deutschland betriebene Biogasanlagen unterliegen 256 technischen Regeln, 75 Verordnungen, 28 Regelungen auf EU-Ebene und 9 ISO Normen, also insgesamt 368 Vorschriften zum Thema Biogas“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverband Biogas e.V., Dr. Claudius da Costa Gomez.

So wurde bereits im Jahr 2017 eine neue Verordnung zum Gewässerschutz (AwSV) sowie Anfang 2019 eine neue Technische Regel zur Anlagensicherheit von Biogasanlagen (TRAS 120) in Kraft gesetzt. Es herrsche also kein Mangel an rechtlichen Vorgaben, sondern in Einzelfällen an deren Umsetzung. Selbstverständlich sei jede Betriebsunregelmäßigkeit, die einen negativen Einfluss auf die Sicherheit von Mensch und Umwelt hat, eine zu viel. Daher habe der Fachverband Biogas einen Schulungsverbund aus bundesweit 14 Einrichtungen aufgebaut, durch den in den letzten fünf Jahren 6.700 Personen nach einheitlichen Vorgaben geschult und geprüft wurden. Die Qualifikation muss konsequent weitergeführt werden, um die Anzahl der negativen Vorkommnisse in Biogasanlagen zu minimieren. „Statistisch ist die Anzahl von Schadensfällen bei Biogasanlagen aber nicht höher als in anderen vergleichbaren gewerblichen Anlagen.“ Die in einem Spiegel-Beitrag zitierten Schadensfälle hätten nur zum Teil direkt etwas mit der Biogasanlagen zu tun. Der Spiegel bezieht sich sich darin auch auf das UBA-Papier.

Ökobilanz ist sehr wohl positiv

Auch die Behauptung, dass die Ökobilanz von Biogasanlagen nicht positiv sei, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sicher müssen die Anlagen nach dem Stand der Technik errichtet und betrieben werden, was bei den allermeisten Anlagen auch der Fall ist. „Nur wenn Vorschriften nicht eingehalten und Grundprinzipien der Wirtschaftlichkeit nicht beachtet werden, kann es in Ausnahmefällen zum Entweichen von größeren Methanmengen kommen. Allerdings ist jeder Anlagenbetreiber daran interessiert, möglichst viel des erneuerbaren Energieträgers zu nutzen, da dies den ökonomischen Erfolg seine Anlage bestimmt“, erläutert da Costa Gomez. Dass die Ökobilanz von Biogasanlagen beim ordnungsgemäßen Betrieb grundsätzlich positiv ist, sei in vielen Studien nachgewiesen. Im Übrigen lege die von der EU verabschiedete und demnächst in nationales Recht umzusetzende Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) genau dies fest.

„Wir brauchen alle erneuerbaren Energien“

Jedem Biogasanlagen-Betreiber und natürlich der gesamten Branche sei klar, dass die Biogastechnologie nur sinnvoll sei, wenn sie einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung leiste. Da Costa Gomez: „Dieser positive Beitrag der Biogastechnologie wird weltweit anerkannt. Nur einige Experten im Dessauer UBA stehen grundsätzlich auf dem Kriegsfuß mit der Bioenergienutzung sowie der Landwirtschaft. Dass wir alle Erneuerbaren Energien nutzen müssen, um eine nachhaltige Energieversorgung in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität sicherstellen zu können und die Klimaziele vielleicht doch noch zu erreichen, ist dorthin noch nicht vorgedrungen.“

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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von Reiner Matthes

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