Power-to-Gas

Größtes Modellprojekt für Wasserstoff als Kraftstoff

Mit dem Projekt „eFarm“ startet GP Joule eine Wasserstoff-Infrastruktur von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Flottennutzung im Verbund.

Der in Wasserstoff umgewandelte Strom soll auch zum Antrieb von Bussen dienen. (Bildquelle: GP Joule)

Die GP Joule-Unternehmensgruppe aus Reußenköge (Schleswig-Holstein) startet das nach eigenen Angaben bisher größte grüne Wasserstoff-Mobilitätsprojekt in Deutschland. Mit dem Projekt „eFarm“ will die Firma eine Wasserstoff-Infrastruktur von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Flottennutzung im Verbund realisieren, wofür GP Joule mit einer Machbarkeitsstudie im März 2017 den Grundstein gelegt hatte. Sowohl die Errichtung von fünf Wasserstoffproduktionsstandorten, zwei Wasserstoff-Tankstellen in Husum und Niebüll als auch die Anschaffung von zwei Brennstoffzellenbussen und fünf Brennstoffzellen-PKWs beurteilte das Bundesverkehrsministerium für förderungswürdig und bewilligte dafür jüngst eine Investitionsförderung. Das Projekt zeigt eine Alternative zum umstrittenen Netzausbau auf und macht die starke Windenergie in Schleswig-Holstein lokal nutzbar.

Verbraucher sollen Nutzen von erneuerbaren Energien erkennen

„Der Name eFarm ist bewusst gewählt: Wir wollen ein gemeinschaftliches, nachhaltiges Wirtschaften mit erneuerbaren Energien in die Gesellschaft bringen. Wir werden im Verbund Wasserstoff produzieren, transportieren, verarbeiten und vermarkten, wie in der genossenschaftlichen Milchwirtschaft“, erklärt GP Joule-Mitgründer und Geschäftsführer Ove Petersen. „Wenn der Zusammenhang zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und -verbrauch hergestellt wird, die Vielfalt an Nutzen sichtbar wird, an dem viele auch in puncto Wertschöpfung und Wohlstand partizipieren können – dann akzeptieren die Bürger den Wandel zur Energiewende. Hierfür wird eFarm eine direkte Bürgerbeteiligung ermöglichen, viele Akteure einbinden und diese fit für die Teilnahme am Sektorenkopplungsmarkt machen.“

Rund um das bisher als „Wasserstoff-Mobilitätsprojekt“ bekannte Verbundvorhaben wird die von GP Joule initiierte eFarming GmbH & Co. KG nun ein modular erweiterbares Wasserstofferzeugungs- und -vertriebsnetz in Nordfriesland aufbauen und betreiben. Das laufende Projekt eFarm wird im Rahmen der Förderrichtlinie Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 8 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Elektrolyseure erzeugen Wasserstoff aus Windstrom

Für die Produktion des grünen Wasserstoffs aus Windkraft, der an den zwei öffentlichen Tankstellen getankt werden kann, werden im Einzelnen bis Ende 2019 fünf Elektrolyseure (je 225 kW) an geeigneten Standorten installiert - nah an den Windkraftanlagen und in der Nähe von Wärmenetzen. Da bei der Produktion von Wasserstoff auch Wärme anfällt, wird diese zur lokalen nachhaltigen Wärmeversorgung beitragen. Der Wasserstoff wird dann in mobile Speichercontainer abgefüllt und per LKW zu den beiden Wasserstofftankstellen transportiert. Dort wird der Wasserstoff nochmals höher verdichtet, um bei Bedarf die Busse, aber auch weitere Wasserstoff- LKWs oder -PKWs zu betanken. Der Tankvorgang benötigt nur wenige Minuten und eine Tankfüllung reicht aus, um mit einem Bus beispielsweise 350 km oder einem PKW 600 km zu fahren. Die Fahrzeuge sollen so von Beginn an zu 100 Prozent mit „grünem“ Wasserstoff versorgt werden.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Noch nicht mal richtig angefangen!

Bei ca. 30 Wasserstofftankstellen in ganz Deutschland gibt es noch viel zu tun, bis diese Technologie interessant wird.

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